Ammertalbahn - Sitzung Landratsamt Tübingen (Foto: SWR, Magdalena Knöller)

DB Regio verspricht Verbesserungen

Zugverspätungen und Platzmangel bei der Ammertalbahn zwischen Tübingen und Herrenberg

STAND

Zugverspätungen und Zugausfälle auf der Ammertalbahn sorgen seit einiger Zeit für Ärger. Die DB Regio hat als Vertragspartner beim Zweckverband am Dienstag dazu Stellung bezogen.

Die DB Regio soll dafür sorgen, dass die Züge pünktlich und mit ausreichend Sitzplätzen im Ammertal zwischen Herrenberg und Tübingen rollen. Das fordert der Zweckverband ÖPNV der Ammertalbahn. Vier Mitarbeiter waren deswegen am Dienstag im Tübinger Landratsamt.

Auslöser für die öffentliche Aussprache

Landrat Joachim Walter hatte zuvor einen Beschwerdebrief an die DB Regio geschrieben. Denn nach Pfingsten war ihm der Kragen geplatzt. Der Grund: Pünktlich zum Schulstart waren nicht genug Waggons für die Schüler im Einsatz. Die Passagiere mussten dicht gedrängt stehen.

"In Corona-Zeiten ist das keine Komfortfrage, sondern eine Frage der Sicherheit."

Walter: ÖPNV muss funktionieren

Die Ammertalbahn wird derzeit ausgebaut und elektrifiziert. Sie ist später dann Bestandteil der Regionalstadtbahn. Bis Ende 2022 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann sollen Elektrozüge verkehren. Noch aber fahren alte Dieselfahrzeuge. Landrat Walter hofft, dass der ÖPNV im Ammertal bald wieder reibungslos funktioniert.

"Ich habe mich sehr geärgert. Ich würde am liebsten einen anderen Vertragspartner suchen."

DB Regio zeigt Verständnis und sagt Verbesserungen zu

Martin Selig von der DB Regio versteht, dass die Fahrgäste der Ammertalbahn und damit auch die Mitglieder des dafür zuständigen Zweckverbands verärgert sind. Selig entschuldigte sich für die Zustände.

Das Problem: Die Fahrzeuge müssten immer wieder repariert werden und wenn dann mehrere Reparaturen zusammenkämen, reiche das Personal in der Werkstatt nicht aus. Mit den geplanten Veränderungen bei Personal und Zügen soll die Bahn künftig besser und stabiler fahren. Dazu wurde ein "Maßnahmenkatalog" vorgestellt.

"Ich bin nicht soweit, dass ich goldene Zustände verspreche."

Skepsis bei den Mitgliedern des Zweckverbands

Die Mitglieder des Zweckverbands zeigten sich bei der Versammlung skeptisch, halten aber an dem Vertrag mit DB Regio fest. Man werde bis zum Ende des Interimsvertrags mit kritischem Blick am Ball bleiben, so Landrat Joachim Walter. Außerdem werde er die Hoffnung nicht aufgeben.

Etwas anderes bleibt ihm, dem Zweckverband und den Fahrgästen auch nicht übrig. Es gibt für die Zeit bis zum Start der Regionalstadtbahn keinen alternativen Vertragspartner als die DB Regio.

Klimafreundlicher Nahverkehr Verkehrsministerium BW will Dieselloks durch Batterie-Züge ersetzen

In Baden-Württemberg sollen Dieselloks bald der Vergangenheit angehören. Besonders für reaktivierte Strecken könnten batterieelektrische Züge eine Alternative sein.  mehr...

Tübingen

Regional-Stadtbahn Neckar-Alb Der lange Weg zur Realisierung

Vor über 20 Jahren hat eine Initiative erste Überlegungen zu einer Regional-Stadtbahn angestellt. Immer wieder stand das Projekt auf der Kippe. Jetzt kommt der erste Streckenteil.  mehr...

Die Bahn braucht neues Personal Zugführermangel verursacht Verspätungen

Baustellen oder defekte Züge sind einleuchtende Erklärungen für Zugverspätungen. Immer häufiger tritt ein neuer Grund dazu: Verbindungen sind verspätet, weil Lokführer fehlen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN