Marina Abramovic, Performance (Foto: SWR, Jörg Heinkel)

Pionierin der Performance Art

Marina Abramović war ein Erfolg für die Tübinger Kunsthalle

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Die Marina Abramović-Austellung in der Kunsthalle Tübingen ist zu Ende gegangen. Über 30.000 Besucher wollten die Werke der berühmten Performance-Künstlerin sehen.

Am Sonntag hatte die Ausstellung des serbischen Weltstars Abramović nach einem halben Jahr zum letzten Mal geöffnet. Nicole Fritz, Direktorin der Kunsthalle, sagte dem SWR, es sei eine wunderbare, sehr emotionale Erfahrung gewesen. Die Schau sei sowohl für die Besucher als auch für das Kunsthallen-Team eindrücklich gewesen.

"Wir erhielten zahlreiche Zuschriften von Menschen, welche die Schau als intensiv und inspirierend erlebten, was mich von ganzen Herzen freut."

Die Besucher kamen aus ganz Deutschland sowie aus Österreich und der Schweiz nach Tübingen. Erstmalig widmete sich die Kunsthalle in einer Ausstellung den spirituellen Aspekten im Werk der Performance-Künstlerin. Es wurden über 3.000 Kataloge und Bücher verkauft. Alle Plakate und Shopartikel zu Marina Abramović waren laut Direktorin Fritz am Ende ausverkauft.

Bezug zu Tübingen

Marina Abramović fasziniert mit Performances und Filmen weltweit ihr Publikum. Weniger bekannt ist, dass die Pionierin der Performance Art in ihrer Anfangszeit in den 1970er Jahren bis ins Jahr 2000 auch in Tübingen, in der Galerie Ingrid Dacic, zu Gast war. Insgesamt sieben Mal war sie in Tübingen. Auch zur Eröffnung der Kunsthallen-Ausstellung war sie gekommen. Sie habe einen engen Bezug zu der Unistadt, so Fritz.

Verstörende Videos

Abramović arbeitet mit ihrem Körper und testet Grenzen aus, sagt Direktorin Fritz. Ganz besonders zu spüren war das im ersten Stock der Kunsthalle, wo man verstörende Videos zu sehen bekam. Dort schlug sie sich zum Beispiel mit einer Peitsche heftig auf ihren Rücken und fügte sich so selber Schmerzen zu.

Spiel mit Leben und Tod

Schwere Kost für den Zuschauer: Die Darbietungen faszinierten und erschütterten zugleich. Aber genau diese Extreme fesselten die Besucher. Es sei ein Spiel mit dem Leben und dem Tod und das berühre immer, so ein Ausstellungs-Besucher.

Nun baut die Kunsthalle Tübingen um. Ab dem 5. März 2022 ist die Ausstellung HERZSTÜCKE. SAMMLUNG KUNSTHALLE EMDEN zu sehen, mit Werken von Franz Marc, Paula Modersohn-Becker, Miriam Cahn und vielen weiteren Künstlern - vom Expressionismus bis in die von Künstlicher Intelligenz geprägten Gegenwart.

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