Windkraftanlage im Schwarzwald (Foto: dpa Bildfunk, Rolf Haid)

Zum Windenergiegipfel in Berlin Es klemmt bei der Windkraft - auch in der Region

Für die Energiewende wäre der Ausbau der Windkraft wichtig, doch der stockt. Deswegen gibt es in Berlin den Windenergiegipfel. Auch auf der Alb und im Nordschwarzwald klemmt es.

Der Wind weht kräftig auf der Alb und im Nordschwarzwald. Das hat der neue Windatlas der Landesregierung bestätigt. Windräder dort lohnen sich für Investoren wie den Energiekonzern EnBW. Aber es geht nur schleppend voran, bemängelt Michael Soukup, der bei dem Konzern für den Ausbau in Baden-Württemberg zuständig ist.

Lange Wartezeiten

Für Windräder bei Bad Wildbad (Kreis Calw) und Grömbach (Kreis Freudenstadt) warte man schon seit Jahren auf die Genehmigung. Die Landratsämter würden nicht entscheiden und die Verantwortung an das Regierungspräsidium abgeben. Dort befassten sich Juristen mit den Fällen, die vom Naturschutz keine Ahnung haben, sagte Soukup. Das führe dazu, dass von den Behörden immer wieder neue Untersuchungen gefordert würden, so Soukup und spricht in diesem Zusammenhang von einem Hamsterrad der Nachforderungen. Und nennt ein Beispiel:

"Wir mussten die Zauneidechse untersuchen, obwohl es an diesem Standort überhaupt keinen Nachweis gibt, dass es dort Zauneidechsen geben kann".

Michael Soukup vom Energiekonzern EnBW
Dauer

Die Behörden scheuten wohl Klagen protestierender Bürger, so Soukup. Was der Experte nicht nachvollziehen kann, da die wenigsten Einsprüche vor Gericht erfolgreich waren. Im Nordschwarzwald erkennt der EnBW-Mann dennoch einen Ausbauwillen für Windkraft. Der fehle allerdings in der Region Neckaralb. Dort wurde in den vergangenen Jahren überhaupt kein Windrad gebaut, so Soukup. Offensichtlich existiere eine imaginäre Grenze an der A 8, mutmaßt Soukup. Denn östlich davon reiht sich ein Windpark an den anderen, westlich davon gibt es nur sehr wenige.

Einsprüche besorgter Bürger

Vor allem wegen des Vogelschutzes hat der Regionalverband Neckaralb im Frühjahr beschlossen, keine Flächen für Windkraft in der Regionalplanung auszuweisen. Das muss nun jede Gemeinde selbst tun. Planungen laufen beispielsweiswe in Winterlingen (Zollernalbkreis). Dort könnte ein Investor sieben Windräder bauen. Zurzeit bearbeitet das Landratsamt tausende Einsprüche besorgter Bürger. Ein Erörterungstermin wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Auch bei Römerstein (Kreis Reutlingen) sind Windräder möglich, aber ungewiss. Der Investor zögert. Wohl auch deswegen, weil aus dem Landratsamt Reutlingen Gegenwind zu spüren ist. Dies zeigt sich im Streit um eine Anlage in der Nähe von Schloss Lichtenstein. Der Betreiber hatte den Prozess gewonnen. Das Landratsamt ist in Berufung gegangen, obwohl das zuständige Ministerium in Stuttgart davon abgeraten hatte.

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