Studie der Tübinger Augenklinik Netzhauterkrankung vorbeugen

Diabetische Augenerkrankungen nehmen zu, lassen sich aber vermeiden. Darauf weist die Tübinger Augenklinik hin. Anlass ist die bundesweite Aktionswoche des Sehens.

Dauer

Wer an Altersdiabetes leidet, kann auch Probleme mit den Augen bekommen. Schlimmstenfalls können Patienten erblinden, wenn man die Erkrankung nicht frühzeitig erkennt, warnt Prof. Focke Ziemssen von der Tübinger Augenklinik im Rahmen der Woche des Sehens. Ein hoher Blutzucker schädige die Gefäße in der Netzhaut. Sie werden nicht mehr gut versorgt, verstopfen oder werden undicht. Es kommt zu Einblutungen, Schwellungen oder fettartigen Ablagerungen.

Richtig eingestellter Blutzucker

Um das zu vermeiden, sei es wichtig, dass die Patienten ihre Blutzuckerwerte kontrollieren und richtig eingestellt sind, sagt Prof. Ziemssen. Was auch hilft, sind viel Bewegung und gute Ernährung. Inzwischen gebe es auch Medikamente, die die Erkrankung stoppen oder das Sehvermögen sogar wieder verbessern. Dadurch seien Lesen oder Autofahren wieder möglich.

Früherkennung wichtig

Allerdings: Je weiter die Erkrankung fortgeschritten ist, desto geringer ist die Erfolgschance der Behandlung. Deswegen setzen die Augenärzte auf Früherkennung. Das Problem werde aber unterschätzt.

Ärztin untersucht bei einem Patienten die Netzhaut (Foto: SWR, Bernhard Kirschner)
Bei einem Patienten wird eine Fluoreszenzangiographie erstellt. Bernhard Kirschner

Tübinger Studie zu Diabetesberatung

In einer Studie mit über 800 Patienten in drei diabetologischen Schwerpunktpraxen im Südwesten hat Lydia Marahrens von der Tübinger Augenklinik herausgefunden, dass viele gar nicht zum Augenarzt gehen. Vor allem eine Risikogruppe hat Marahrens ausgemacht: Männer zwischen 40 und 50 Jahren, die erst kurze Zeit an Diabetes leiden. Die müsse man offensiv ansprechen. Sie sollten regelmäßig zu Untersuchungen kommen, damit die Ärzte die Anfänge der Erkrankung erkennen. Oft bemerken die Patienten Veränderungen zunächst gar nicht.

Schulungen nicht ausreichend

Weitere Ergebnisse der Studie: Die Berater in den diabetologischen Schwerpunktpraxen müssen besser geschult werden. Sie weisen auf das Sehproblem nur unzureichend hin, so Marahrens. Außerdem könnte die Zusammenarbeit zwischen Haus- und Augenarzt besser sein. Deswegen haben die Tübinger Experten einen kleinen Fragebogen entwickelt, der auf mögliche Augenerkrankungen schließen lässt.

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