Denkfabrik Zollernalb (Foto: SWR, Klebitz)

Unternehmer und Politiker sind sich einig Denkfabrik Zollernalb will Ortskerne retten

Immer mehr Geschäfte in kleinen Innenstädten schließen. Eine Initiative namens "Denkfabrik Zollernalb" hat jetzt eine Idee vorgestellt, die Online-Käufe verteuern soll.

Das Schwätzchen beim Metzger, ein spontanes Treffen in einem Café oder aufschlussreiche Gespräche beim Frisör – das alles ist in Gefahr, fürchtet die Denkfabrik Zollernalb, ein Zusammenschluss von Unternehmern und Kommunalpolitikern. Die Ortskerne sterben aus, sagt der Verbund, und mit ihnen das gesellschaftliche Leben. Einen konkreten Vorschlag für einen Rettungsversuch hat die Denkfabrik jetzt vorgestellt. Es geht dabei um Lieferfahrzeuge.

Gebühren für Lieferungen ins Wohngebiet

Um die Ortskerne zu retten, müsse der Online-Handel reguliert werden, sagt Albert Sauter. Mit höheren Steuern und Gebühren für Rücksendungen beispielsweise. Und, so die Idee der Denkfabrik: Lieferfahrzeuge sollen nur noch dann Pakete in Wohngebiete bringen dürfen, wenn eine Zufahrtsgebühr bezahlt wird. Diese lokale Gebühr könne dann für Schulen, Kindergärten oder Vereine eingesetzt werden. Die Gebühren geben die Transportdienstleister dann an die Online-Händler weiter und die wiederum an die Kunden, so der Plan der Denkfabrik. Am Ende zahlen Online-Käufer eine höhere Liefergebühr.

Idee verbreiten

Die Denkfabrik geht davon aus, dass dieser Schritt über den Geldbeutel das Konsumverhalten ändern kann. Bestenfalls würden die Menschen dann doch lieber im Einzelhandel der Gemeinde einkaufen. Sauter räumt ein, dass eine derartige Verteuerung des Transportwesens nicht einfach sei. Man brauche dafür den politischen Willen und entsprechende gesetzliche Regelungen. Technisch könnte man die Fahrten ins Wohngebiet mit einem Mautsystem erfassen.

Die Denkfabrik will nun möglichst viele Menschen für ihre Idee begeistern und sie dann in die Politik tragen. Sicher wird sie dabei auch auf Gegner stoßen.

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