Junge Frau mit Blick zum Himmel - Glaubensbild (Foto: SWR, Foto: Colourbox (nur Feeds, NICHT verwenden!))

Tübinger Studie Viele Jugendliche glauben

Religiös wollen sie nicht sein, den Glauben finden junge Menschen aber gut - das ist ein Ergebnis einer Studie von Tübinger Religionsforschern.

Die Wissenschaftler haben mehr als 7.000 junge Menschen in Baden-Württemberg im Alter zwischen 16 und 24 Jahren befragt. Sie wollten in Interviews und mit Fragebögen herausfinden, welche Haltung die Schüler zu Glaube, Religion und Kirche haben. Manche Ergebnisse haben überrascht, so Reinhold Boschki vom katholischen Institut in Tübingen. So glaubt mehr als die Hälfte an Gott, als religiös möchten sich die Jugendlichen aber nicht bezeichnen. Rund drei Viertel beten demnach gelegentlich oder häufig. Auch von denjenigen, die sich als Atheisten sehen, glauben viele an "irgendeine höhere Macht".

Prof. Reinhold Boschki (linsk) und Prof. Friedrich Schweitzer (Foto: SWR, Sarah Beschorner)
Hinter der Studie "Jugend - Glaube - Religion" stehen der katholische und der evangelische Religionspädagoge der Universität, Reinhold Boschki (links) und Friedrich Schweitzer. Sarah Beschorner

Veränderung der Kirche

Die Mehrheit findet Kirche grundsätzlich gut, meint aber, sie müsse sich ändern. Sonst hätte sie keine Zukunft. Mit Hilfe der Studienergebnisse soll der Religions- und Ethikunterricht verbessert und den Bedürfnissen der jungen Leute angepasst werden, so Boschki.

Offen für andere Religionen

Gegenüber anderen Religionen und Kulturen zeigen sich Jugendliche meist interessiert und offen. 25 Prozent stimmten indes der Aussage zu, dass es zu viele Muslime in Deutschland gebe. Diese Ansicht vertraten auch 18 Prozent der befragten Muslime. Das zeigt aus Sicht der Autoren der Studie, "wie wichtig ein schulisches Angebot für die Auseinandersetzung mit religionsbezogenen Vorurteilen bleibt".

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