Tübinger Forscher haben Zweifel Neandertaler war nicht so klug wie gedacht

Ob der Neandertaler so schlau war wie angenommen, ist laut Tübinger Forschern fraglich. Der bisherige Beweis für die Intelligenz der frühen Menschen war die komplizierte Herstellung eines Klebstoffs - doch das ging scheinbar recht einfach.

Neandertaler haben wohl doch keine höheren geistigen Fähigkeiten und auch keinen komplexen kulturellen Entwicklungsstand gehabt. Das behaupten Forscher der Universität Tübingen und machen damit Beweise für die Intelligenz der Neandertaler zunichte.

Birkenpech muss man nicht aufwändig herstellen

Wenn Neandertaler Werkzeuge herstellten, also etwa Steinkratzer an Holzgriffen befestigten, dann benutzten sie Birkenpech als Klebstoff. Das galt lange Zeit als Beweis ihrer Intelligenz. Denn Birkenpech, glaubte man, ließe sich nur herstellen, wenn man Baumrinde unter Luftabschluss erhitzt. Tübinger Urgeschichtler haben jetzt aber nachgewiesen, dass man viel leichter an Birkenpech kommen kann.

Birkenpech an einem Stein (Foto: Universität Tübingen, New York University, Claudio Tennie;)
Wenn man Birkenrinde nahe eines Steins verbrennt, sieht dieser nachher so aus: er ist mit Pech bedeckt. Universität Tübingen, New York University, Claudio Tennie;

Die Wissenschaftler haben Birkenrinde einfach in der Nähe von glatten Flusskieseln verbrannt. Dabei konnten sie gut klebendes Pech sammeln. Dazu muss man nicht übermäßig clever sein. Man kann auch zufällig darauf kommen. Birkenpech tauge nun nicht mehr als Beweis, dass Neandertaler hochentwickelt waren, so Patrick Schmidt von der Tübinger Uni.

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