Der Tübinger Uni-Rektor Engler bei seiner Wiederwahl. (Foto: SWR, Markus Beschorner)

Tübinger Uni-Rektor im Amt bestätigt Rektorenwahl von Protesten begleitet

Der Rektor der Universität Tübingen, Bernd Engler, ist für eine weitere Amtszeit gewählt worden. Mit großer Mehrheit der Gremien. Doch mit erheblichen Protesten der Studierenden.

So eine turbulente Rektorenwahl hat die Uni Tübingen bisher selten erlebt. Studierende protestierten mit Plakaten, bunten Verkleidungen und Zwischenrufen.

Vorwurf wirtschaftslastig

Lautstark huldigten die Protestler dem "König Engler" und wollten ihm eine Papierkrone aufsetzen. Unter ihnen auch die Besetzer des großen Hörsaals im Kupferbau der Universität. Ihre Kritik richtete sich gegen das Projekt Cyber-Valley, bei dem aus ihrer Sicht die Forschung zur Künstlichen Intelligenz zu sehr von wirtschaftlichen Interessen geleitet wird.

Undemokratisches Verfahren

Ein weiterer Kritikpunkt: das Verfahren zur Wahl des Rektors durch den Unirat, in dem mehrheitlich Vertreter von Wirtschaftsunternehmen sitzen. Die protestierenden Studenten würden sich wünschen, auch im Gremium vertreten zu sein. Über eine halbe Stunde lang diskutierte Engler mit den Studierenden. Der Rektor nahm es gelassen hin und sagte: "Die Universität ist vielstimmig, offen und debattenfreudig. Mich stört es nicht."

Wahl vorgezogen wegen Exzellenzinitiative

Mit etwas Verspätung wurde dann Engler von Senat und Unirat mit großer Mehrheit gewählt. Der Senat der Uni hatte Engler aufgefordert, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Der Termin der Wahl war um zwei Jahre nach vorne verlegt worden, damit Engler die anstehende Exzellenzinitiative begleiten kann. Diese nannte Engler auch als größte Herausforderung für die anstehenden Jahre.

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