Max-Planck-Gesellschaft rehabilitiert Hirnforscher Tübinger Wissenschaftler darf wieder Tierversuche machen

Gegen den Tübinger Wissenschaftler Nikos Logothetis war ein Gerichtsverfahren anhängig. Deshalb hatte sein Institut ihm weitere Tierversuche untersagt. Jetzt darf er wieder.

Das Verfahren sei eingestellt, ein möglicher Strafbefehl vom Tisch. Deshalb habe man beschlossen, dass es keinen Grund mehr gebe, dem Tübinger Forscher weiterhin Tierversuche zu untersagen, so die Max-Planck-Gesellschaft mit Sitz in München.

Affenversuche in Tübingen (Foto: SWR, Kay-Uwe Hennig)
Am Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik in Tübingen wurde an Affen geforscht. Kay-Uwe Hennig

Vorwurf unnötigen Leids

Logothetis und zwei seiner Mitarbeiter waren wegen Tiermissbrauchs angeklagt. Der Vorwurf: Sie sollen bei den Affenversuchen kranke Tiere zu spät eingeschläfert haben, so dass die Tiere länger als nötig leiden mussten.

Gutachten gab Ausschlag

Ein Gutachten der Verteidigung widersprach dieser Einschätzung. Das Gericht stellte den Prozess deshalb noch vor dem ersten Verhandlungstag vorläufig ein. Wenn Logothetis und seine Mitarbeiter bis Ende Februar Geldbeträge bezahlen, ist das Verfahren endgültig vom Tisch.

Forschungsschwerpunkt verschoben

Affenversuche gibt es am Tübinger Max-Planck-Institut inzwischen nicht mehr. Die Max-Planck-Gesellschaft betont, dass sich der Forschungsschwerpunkt verschoben habe. Inzwischen mache man in Tübingen nur noch Versuche mit Nagetieren.

Protest nach heimlichen Filmaufnahmen

Tierschutzaktivisten hatten die Ermittlungen gegen Logothetis und seine Mitarbeiter ins Rollen gebracht. Sie hatten heimlich Filmaufnahmen von Versuchen mit Primaten am Tübinger Max-Planck-Institut gemacht. Seitdem gibt es immer wieder Protestaktionen in Tübingen.

Logothetis und seine Mitarbeiter sahen sich seit der Veröffentlichung des Bildmaterials wiederholt persönlichen Beleidigungen und Bedrohungen ausgesetzt.

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