KI-Forschung in Tübingen Gemeinderat stimmt für Amazon-Forschungszentrum im Cyber Valley

Der amerikanische Internetkonzern Amazon kann im Tübinger Cyber Valley ein Forschungszentrum aufbauen. Das hat der Gemeinderat am Donnerstagabend entschieden - trotz der Störungen und Proteste im Ratssaal.

Mit Zwischenrufen, Gesängen und Bannern protestierten etwa 30 Aktivisten lautstark gegen Amazon in Tübingen. Mehrere Male mahnte Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) zur Ruhe. Einzelne Aktivisten wurden von Polizeibeamten aus dem Sitzungssaal geführt.

Stadtrat uneinig über Amazon-Ansiedlung

In den Reden vor der Abstimmung wurde noch einmal deutlich, wie zwiegespalten die Stadträte einer Ansiedlung von Amazon gegenüberstehen: Arbeitsplätze und KI-Forschung mit internationalem Ruf auf der einen Seite, Amazon als umstrittener Arbeitgeber und Daten-Sammler auf der anderen Seite. Eine Zweidrittel-Mehrheit entschied dann aber, dass Amazon im Tübinger Cyber Valley ein Forschungszentrum aufbauen kann und verkaufte das notwendige Gelände. Der Konzern will dort an der Optimierung von Bildprogrammen arbeiten.

Gegner und Befürworter

Die Ansiedlung ist umstritten. Befürwortet wird sie von der Industrie- und Handelskammer Reutlingen sowie von der Universitätsleitung. Sie versprechen sich davon eine Stärkung des Forschungsstandorts und Arbeitsplätze. Amazon ist am Cyber Valley Baden-Württemberg beteiligt, eine Kooperation von wissenschaftlichen Einrichtungen und Wirtschaftsunternehmen. Die Landesregierung fördert die Kooperation mit 50 Millionen Euro. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hatte sich im Vorfeld gegen die Ansiedlung von Amazon ausgesprochen. Er begründete dies damit, dass der Konzern kaum Steuern zahlt und sich arbeitnehmerunfreundlich verhält.

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