Osiander-Chef eröffnet Frankfurter Buchmesse Riethmüller beeindruckt von Tübinger "Revolutionär"

Die Frankfurter Buchmesse ist eröffnet. In einer sehr politischen Rede lobte Riethmüller als Vorsitzender des deutschen Buchhandels zwei Revolutionäre: Greta Thunberg und Max Steinacher. Max...wer?

Der 72-Jährige ist pensionierter Lehrer aus Tübingen. Er stehe seit vier Jahren jeden Samstag auf dem Tübinger Holzmarkt und erinnert mit anderen Aktivisten an das Schicksal des seit sieben Jahren inhaftierten saudi-arabischen Bloggers Raif Badawi, so Heinrich Riethmüller in seiner Eröffnungsrede der Frankfurter Buchmesse. Max Steinacher und die Klimaaktivistin Greta Thunberg hätten ihn in den letzten Wochen immer wieder beschäftigt.

Dauer

"Create your revolution" ist das Motto der 71. Frankfurter Buchmesse. Es geht um die revolutionäre Kraft der Kunst und Kultur und die Rolle von Kunst- und Kulturschaffenden in der Gesellschaft, so Riethmüller in seiner sehr poltischen Eröffnungsrede.

Beide sind Revolutionäre

Die beiden seien zwar sehr unterschiedlich, hätten aber etwas gemeinsam:

"Sie sind beide Revolutionäre, auf ihre Art. Mit unerschütterlichem Einsatz und bemerkenswerter Ausdauer treten sie öffentlich für ihre Überzeugung ein".

Der Chef des Börsenvereins des deutschen Buchhandels Heinrich Riethmüller

Max Steinacher und Greta Thunberg seien Menschen, die nicht akzeptieren wollen, dass man aus Bequemlichkeit Ungerechtigkeit und die Zerstörung der Natur hinnehmen, so Riethmüller. Die beiden könnten Ansporn sein, sich mehr für die Zukunft der Gesellschaft und des Planeten einzusetzen. Außerdem fragt sich Riethmüller:

Wie viel von Greta und Max steckt in uns? Wie revolutionär sind wir?

Der Chef des Börsenvereins des deutschen Buchhandels Heinrich Riethmüller
Eröffnung Buchmesse (Foto: dpa Bildfunk, Andreas Arnold)
Der Tübinger Osiander Chef Heinrich Riethmüller bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse. Andreas Arnold

Gastland Norwegen

Auch der Ehrengast Norwegen sei ihm ein Vorbild. Denn das Land liege im jährlich erhobenen Demokratieindex der Zeitschrift "The Economist" seit vielen Jahren auf Rang eins; ebenso im Ranking der Pressefreiheit von "Reporter ohne Grenzen". Deswegen erhoffe sich Riethmüller von der Buchmesse einen grenzüberschreitenden Austausch mit Norwegen:

"Wir können von unseren Gästen lernen, sei es in Demokratie und Meinungsfreiheit, oder auch in vorbildlicher Leseförderung und Buchkultur."

Der Chef des Börsenvereins des deutschen Buchhandels Heinrich Riethmüller

Für Heinrich Riethmüller war es die letzte Rede in seiner Funktion als Chef des Börsenvereins des deutschen Buchhandels. Seine Nachfolgerin steht schon fest: es ist die Mainzer Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs.

Die Frankfurter Buchmesse dauert bis Sonntag. Mehr als 7.000 Aussteller präsentieren Romane, Lyrik, Sachbücher und Erzählungen.

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