Kangalprozess Amtsgericht Sigmaringen (Foto: SWR, Andrea Schuster)

Nach tödlicher Attacke in Frohnstetten Bewährungsstrafe für Hundehalter

Vor einem Jahr tötete ein bissiger Hund in Frohnstetten bei Stetten a.k.M. eine Seniorin. Nun hat das Amtsgericht Sigmaringen die Hundehalter zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Die angeklagte Besitzerin des Hundes der Rasse Kangal bekam wegen fahrlässiger Tötung eineinhalb Jahre Haft auf Bewährung. Ihr Mann bekam zwei Jahre auf Bewährung. Die Hundehalter müssen außerdem jeweils 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und dürfen während ihrer Bewährungszeit von drei Jahren keine Hunde halten, die mehr als 20 Kilo wiegen.

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"Es tut mir leid"

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Vorschriften zur Hundehaltung in grober Weise missachtet wurden. Es tue ihm leid, was passiert sei, sagte der Angeklagte in seinem Schlusswort. Seine Frau, von der er getrennt lebt, verzichtete auf eine Stellungnahme.

Verteidigung will Berufung

Die Verteidiger hatten Freispruch gefordert. "Es war für die Hundebesitzer nicht erkennbar, dass dieser Hund eine tickende Zeitbombe ist", sagte ein Anwalt. Er will in Berufung gehen.

Als "Todesfall mit Ansage" hatte der Staatsanwalt den Angriff des Hundes auf die 72-jährige Frau bezeichnet. Die Halter des Tieres hätten gewusst, dass das Tier im Garten in Frohnstetten bei Stetten a.k.M. (Kreis Sigmaringen) nicht ausreichend gesichert gewesen war. Der Zaun um das Grundstück sei zu niedrig gewesen, um den aggressiven Kangal aufzuhalten.

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