Tablet statt Papier Kreiskliniken Reutlingen arbeiten digital

Als eine von wenigen Kliniken im Land haben die Kreiskliniken Reutlingen eine digitale mobile Patientendokumentation eingeführt. Davon sollen Personal und Patienten profitieren.

Aus und vorbei die Zeit, in der Ärzte und Pflegekräfte der Kreiskliniken Reutlingen Papierakten suchen und durchackern müssen, wenn sie sich über einen Patienten informieren wollen. In Reutlingen läuft das mittlerweile digital. Sämtliche Leistungen, also Operationen, Blutwerte oder Röntgenbilder, werden eingespeist und jeder autorisierte Klinikmitarbeiter kann dann schnell auf diese Daten per Klick zugreifen.

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Vernetzt mit Münsingen und Bad Urach

Auf Station hat das Personal Tablets. Darin ist eine Kamera eingebaut. Die Krankenschwester kann damit zum Beispiel wunde Stellen am Körper des Patienten fotografieren. Wichtig, um den Wundverlauf besser einschätzen zu können, sagt Aline-Marie Lehner. Das Foto kann bei Bedarf auch ein Hautarzt an einem anderen Standort anschauen und bewerten. Ein großer Vorteil, meint Geschäftsführer Norbert Finke, denn zu den Reutlinger Kreiskliniken gehören die Häuser in Bad Urach und Münsingen. Brauchte man dort früher zum Beispiel ein Röntgenbild vom Stammhaus, musste das per Post oder Kurier auf die Alb gebracht werden.

Digitalisierung kostet 3,5 Millionen

Ebenfalls neu im Bereich der Digitalisierung ist ein Software-Programm, das Patientendaten der Intensivstation zentralisiert und organisiert. Sämtliche Patientendaten seien geschützt. Man habe viel in die Sicherheit der IT-Systeme investiert, so Klinikgeschäftsführer Finke. Insgesamt sind in den vergangenen fünf Jahren 3,5 Millionen Euro in den digitalen Ausbau der Kreiskliniken Reutlingen geflossen.

Mit der neuen digitalen mobilen Patientendokumentation nehmen die Kreiskliniken eine Vorreiterrolle ein. Denn Vergleichbares haben deutschlandweit bislang erst ein Drittel aller Kliniken eingeführt.

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