Kunstrasen ist giftig! (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Studie stuft Plätze als gesundheitsschädlich ein Tübingens OB sucht Alternativen zum Kunstrasen

Fußballer mögen Kunstrasen. Er ist weich, pflegeleicht und robust. Aber er schadet der Umwelt. Das besagt eine Studie. In Tübingen sucht OB Palmer nach Alternativen.

Kunstrasenplätze gelten inzwischen als massiv umweltschädlich. Das besagt unter anderem eine Studie des Fraunhofer-Instituts. Demnach geben Kunstrasenplätze kleinste Plastikteile an die Umwelt ab. Sie stammen von dem Granulat im Plastikgras. Die Forscher haben eine Liste erstellt, auf der die häufigsten Quellen von Mikroplastik genannt werden. Kunstrasenplätze stehen dort auf Platz fünf.

Die EU denkt derzeit über ein Verbot der Kunststoffpartikel auf Sportplätzen nach.

Dauer

In Tübingen gibt es sieben Sportanlagen mit Kunstrasenplätzen, unter anderem in den Ortsteilen Derendingen, Hirschau, Unterjesingen und Pfrondorf. Laut Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) werden allein in Tübingen jedes Jahr dreieinhalb Tonnen Granulat nachgefüllt - Granulat, das zuvor auf den Plätzen in die Umwelt entwichen ist.

Gespräche mit Vereinen

Palmer sagte, er wolle mit den Vereinen über Alternativen beraten. Die mögen Kunstrasen ganz gern, weil er strapazierfähig und weich ist und man auf ihm das ganze Jahr über spielen kann, sagte Fußballer Alexander Wütz dem SWR. Aber man sei gesprächsbereit. Als Ersatz kämen laut Palmer zum Beispiel Quarzsand oder Kork in Frage. Der Quarzsand wäre jedoch auch eine gesundheitliche Zumutung, so Wütz. Denn dann schürfe man sich beim Fußballspielen auf und es drohen Verletzungen.

STAND