Zehntausende Besucher am Feiertag "Nicaria" gewinnt das Stocherkahnrennen in Tübingen

Zehntausende Schaulustige haben am Donnerstag in Tübingen das traditionelle Stocherkahnrennen an Fronleichnam beobachtet. Unter 53 Mannschaften gewann das Team "Nicaria".

"Es ist einfach das Größte, in Tübingen das Stocherkahnrennen zu gewinnen. Also das ist besser wie Bürgermeister zu sein, glaube ich", sagte Jonas Hörrmann vom Gewinner-Team "Nicaria" dem SWR. Die Mannschaft des Studentenvereins stocherte sich mit Vorsprung zum ersten Platz. Neben dem Pokal gewann sie 30 Liter Freibier.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Die Veranstalter sprechen von bis 20.000 Menschen, die in diesem Jahr an den Neckar kamen. Viele waren bereits einige Stunden vor Rennbeginn an der Strecke, um sich die besten Plätze zu sichern. Der Höhepunkt: Die Verlierer müssen einen halben Liter Lebertran trinken. Sie müssen außerdem das Rennen im kommenden Jahr ausrichten.

Verlierer: "AV Guestfalia"

Verlierer des Tages gab es gleich zwei: Zum einen als Langsamste die "AV Guestfalia", deren Mannschaftsmitglieder zur Strafe einen halben Liter Lebertran pro Person trinken musste. Die Verbindung muss im kommenden Jahr den Wettbewerb ausrichten.

Zum anderen scheiterte das Team "Ghibellina", das seinen Kahn falsch gewendet hatte, disqualifiziert und dafür mit 0,3 Liter Lebertran pro Mannschaftsmitglied bestraft wurde. Die Teams waren gegen 14 Uhr in Kähnen auf dem Neckar gestartet und drehten jeweils eine Runde um die Neckarinsel.

Als besonders schwer zu fahren gilt das sogenannte Nadelöhr: Die Engstelle zwischen Brückenpfeiler und Inselufer müssen die Kähne zweimal aus verschiedenen Richtungen durchfahren.

Zahlreiche Stocherer beim Stocherkahnrennen in Tübingen (Foto: SWR)
Am Nadelöhr unter der Neckarbrücke wird es eng für die Kähne.

Kostümparade: Alte Bekannte haben gewonnen

Die Kostümparade vor dem Rennen gewann wie auch im vergangenen Jahr das Team der Geowissenschaften - verkleidet als Simpsons. Sie hatten bereits im vergangenen Jahr gewonnen - damals mit Piratenverkleidung im Stile des Films "Fluch der Karibik".

Kuriose Verkleidungen in Tübingen Stocherkahnrennen: Von Trump bis zur Sauna

Ein als US-Präsident Trump verkleideter Teilnehmer beim Stocherkahn-Rennen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Christoph Schmidt/dpa)
Vor dem Beginn des Stocherkahnrennens auf dem Neckar zeigten Teilnehmer verschiedene Kostüme bei der Kostümparade. picture alliance/Christoph Schmidt/dpa Bild in Detailansicht öffnen
Diesem Team scheint Tübingen nicht warm genug zu sein - sie verwandelten ihren Kahn in eine schwimmende Sauna. picture alliance/Christoph Schmidt/dpa Bild in Detailansicht öffnen
"Die Simpsons" gewannen den Kostümwettbewerb. picture alliance/Christoph Schmidt/dpa Bild in Detailansicht öffnen
Dahinter steckt ein Team der Fachschaft Geowissenschaften, das bereits im Jahr zuvor den Wettbewerb gewonnen hatte. Bild in Detailansicht öffnen
Nach der Parade folgte das Rennen. Dabei zeigte sich erneut, wo die spannendste Stelle liegt: Am "Nadelöhr". Bild in Detailansicht öffnen
Am "Nadelöhr" ist es besonders eng - dafür steigen so manche Teilnehmer in den Neckar, um bei der Navigation zu helfen. Bild in Detailansicht öffnen
Für sie haben sich die Mühen gelohnt: Das Team "Nicaria" schaffte den Sieg. picture alliance/Christoph Schmidt/dpa Bild in Detailansicht öffnen

Das Tübinger Stocherkahnrennen gibt es schon seit Jahrzehnten. Aus einem spontanen Rennen mit sieben Mannschaften im Jahr 1956 wurde im Lauf der Zeit ein Riesenspektakel mit etwa 50 Holzkähnen und tausenden Zuschauern. Neckarinsel und -brücke in der Innenstadt sind jedes Mal überfüllt.

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