Streuobstwiese mit Mössingen im Hintergrund (Foto: SWR, Anette Hübsch)

Starke Zusammenarbeit zwischen Stadt und Bürgern In Mössingen werden Streuobstwiesen geschätzt

40.000 Apfel-, Birnen-, Kirsch-, und Zwetschgenbäume werden auf den Streuobstwiesen rund um Mössingen im Kreis Tübingen gepflegt. Doch das war nicht immer so.

Vor etwa 30 Jahren nämlich, da wurden die Streuobstwiesen von den Bürgern als Last gesehen. Die Folge: die Pflege der Obstbäume wurde vernachlässigt. Doch inzwischen hat sich das geändert. Die Streuobstwiesen werden als einzigartige Kulturlandschaft geschätzt, die Artenvielfalt geschützt und Produkte erfolgreich vermarktet.

Mit dem Apfelfest fing alles an

Der Mössinger Verein „Netzwerk Streuobst“ hat es geschafft, dass Bürger, Stadt und Verein an einem Strang ziehen und ein Umdenken in Gang gesetzt. Am Anfang stand der Apfel im Mittelpunkt: mit einem eigenen Fest, einem Lehrpfad, Wanderwegen und der Vermarktung des Mössinger Apfelsafts sollten die Bürger auf den Geschmack kommen.

aus Holz nachgebaute Obstbäume im Infozentrum (Foto: SWR, Anette Hübsch)
Das Streuobst-Infozentrum Mössingen klärt auf zwei Stockwerken über Streuobstwiesen auf. Anette Hübsch

Infozentrum und Führungen

Seit 2018 zeigt das Streuobst-Infozentrum Mössingen (Kreis Tübingen) an vielen interaktiven Stationen die Wichtigkeit der Streuobstwiesen. Für Kinder und Schüler werden Führungen auf den Wiesen angeboten.

Viele Angebote für Wiesenbesitzern

Aber auch die Wiesenbesitzer kommen nicht zu kurz. Für sie steht ein vielfältiges Angebot für die Pflege ihrer Bäume zur Verfügung: Schnittkurse, Häckselgutsammlungen und der Geräte-Verleih „Schaff's gut“. Dort können sie sich unter anderem Balkenmäher, Hochentaster oder Anhänger leihen.

Datenbank zeigt alle Bäume

Alle Mössinger Streuobst-Flächen wurden kartiert und in einer Datenbank gesammelt. Internetnutzer können auf Website sehen, wo Gütle zu haben sind, welche Bäume darauf stehen und welchen Pflegezustand sie haben. Über 40 Wiesen sind schon verpachtet worden.

"Man kann sich sein Stückle von zuhause aussuchen, bewirtschaften muss man es dann aber draußen auf der Wiese."

Uli Eder vom Netzwerk-Streuobst

Patenschaft möglich

Ein weiterer Erfolg ist die Baum-Patenschaft. Für 50 Euro im Jahr kann man die Pflege eines Baumes finanzieren. Uli Eder vom Netzwerk-Streuobst hat der Erfolg dieser Aktion sprichwörtlich "umgehauen". 100 Bäume haben nach zwei Jahren bereits einen eigenen Paten.

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