Jugendliche beim Schwimmunterrricht (Foto: SWR, Bärbel Schlegel)

Projekt gegen das Ertrinken Tübinger Schwimmangebot für Kinder

Jedes Jahr ertrinken viele Menschen. Aus unterschiedlichen Gründen. Das Tübinger Projekt "Schwimmen für alle" will Kinder schwimmen beibringen. Dafür gab es Lob von der Bundesregierung.

Im Schwimmbecken des Tübinger Uhlandbads plantschen viele Kinder. Sie sind unterschiedlich alt und haben unterschiedliche Herkunftsländer. Was sie gemeinsam haben: sie können nicht schwimmen. Das lernen sie bei uns, sagt Julia Bundschuh vom Tübinger Projekt "Schwimmen für alle". Es biete vor allem den Kindern eine Möglichkeit, die finanziell und sozial benachteiligt seien.

Viele Schwimmbäder geschlossen

Die Idee der Integration durch Sport fand auch in Berlin bei der Bundesregierung Anklang. Deswegen hat die Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Annette Widmann-Mauz dem Projekt 7.000 Euro überwiesen. Und den Scheck persönlich überreicht.

"Das Schöne hier in Tübingen ist ja, dass die Gruppen gemischt werden. So macht es keinen Unterschied, ob man einheimisch ist oder von weit her kommt".

Die Integrationsbeauftragte Annette Widmann-Mauz (CDU)

Beim Besuch der Integrationsbeauftragten in Tübingen wurde auch deutlich, dass es in vielen Kommunen an Schwimmmöglichkeiten mangelt.

Finanzspritze nötig

23 Schwimmbäder wurden im Land dicht gemacht, so Martin Rivoir, der Präsident des württembergischen Schwimmverbands. Das sei ein Armutszeugnis. 60 Prozent aller Grundschüler könnten nicht schwimmen, so Rivoir. Deswegen wünscht er sich mehr Bäder und mehr Lehrer, die das unterrichten können. Nötig sei auch eine Finanzspritze vom Land, vergleichbar dem Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Sporteinrichtungen.

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