"Markt von Jaffa" bei Sotheby`s unter dem Hammer Bauernfeind-Gemälde für 4,3 Millionen Euro versteigert

Ein Gemälde von Gustav Bauernfeind ist am Dienstag für umgerechnet 4,3 Millionen Euro versteigert worden. Der Künstler aus Sulz am Neckar (Kreis Rottweil) gilt als einer der bedeutendsten Orientmaler.

Das Ölbild ist 82 mal 109 Zentimeter groß und trägt den Titel "Markt in Jaffa". Bauernfeind malte es 1887 im heutigen Tel Aviv. Zu sehen sind Obst- und Teppichhändler, ein Gewusel an Kundschaft und ein dürrer Hund im Vordergrund, der aus einer umgefallenen Korbflasche trinkt. Gewöhnliches Leben. Typisch Bauernfeind, ebenso wie die sorgfältig abgebildeten Gebäude – Bauernfeind war gelernter Architekt. Schwülstige Harems-Szenen gab es bei den anderen Orientmalern seiner Zeit. Bauernfeinds poetischer Realismus macht ihn zu etwas Besonderem. Das wissen seine Sammler in London, in New York und im Nahen Osten.

Sotheby`s (Foto: Sotheby`s)
"Markt von Jaffa" von Gustav Bauernfeind aus dem Jahr 1887. Sotheby`s

Seit den 1990er Jahren werden die Bilder des lange vergessenen Sulzer Malers weltweit zu immer höheren Preisen gehandelt. Im Gegensatz zu Bauernfeinds internationalem Erfolg gibt es in seiner Heimatstadt Sulz einige Querelen um seine angemessene Würdigung. Dabei geht es um die Modernisierung des Museums und mittelfristig um seinen Standort. Unter anderem darüber soll der Sulzer Gemeinderat erneut beraten.

STAND