Schanzenanlage am Ruhestein (Foto: Wolfgang Hammann)

Skischanze Ruhestein, Handballhalle Balingen Schlechte Aussichten: Sportstätten hoffen auf Geld

Der Landtag berät zurzeit den Doppelhaushalt 2020/21. Mehrere Sportvereine versprechen sich davon Fördermittel, die sie dringend brauchen. Doch die werden wohl nicht eingestellt.

Konkret geht es um ein Sonderförderprogramm für überregional bedeutsame Sportstätten. Zum Beispiel um eine mögliche neue Halle für den Handballbundesligisten Balingen-Weilstetten (Zollernalbkreis) oder um die Skischanze auf dem Ruhestein bei Baiersbronn (Kreis Freudenstadt). Zuletzt hat es 2007 Sonderfördermittel aus diesem Programm gegeben. Noch ist der Haushalt nicht verabschiedet, aber es spricht viel dafür, dass die Gelder an die Vereine nicht fließen werden.

HBW hofft auf neue Arena

Lange schon träumt man beim HBW Balingen-Weilstetten von einer größeren Arena. Etwa 2.400 Handballfans haben in der aktuellen Halle Platz. Zu wenig, findet der Verein. Eine neue Großsporthalle würde 12 bis 15 Millionen Euro kosten. Je nach wirtschaftlicher Entwicklung auch mehr. "Ohne den Sonderfördertopf des Landes geht das nicht", sagt HBW-Geschäftsführer Wolfgang Strobel. Es sei enttäuschend, wenn es diese Finanzierungsgrundlage jetzt nicht gebe.

Skispringer wollen Schanzen für Turniere

Ähnlich ist die Situation in Baiersbronn. Auch die Arbeitsgemeinschaft Ruhestein hat auf die Sonderförderung des Landes gehofft. Die Gemeinschaft möchte einen Damen-Weltcup in der Nordischen Kombination ausrichten. Dafür braucht es eine modernere Flutlicht-Anlage und noch einiges mehr, sagte Klaus Faißt, verantwortlicher Trainer in Baiersbronn, dem SWR. Sonst erfülle man die Anforderungen für so eine Veranstaltung nicht. Aber auch ohne große Turniere sei man am Ruhestein auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

"Ohne das gibt es uns in ein paar Jahren einfach nicht mehr. Weil die Voraussetzungen nicht mehr da sind. Sicherheitsbestimmungen müssen eingehalten werden und deswegen: Wenn das Land sagt, wir kürzen, wir geben Euch nichts mehr, dann wird er sterben, dann wird der Skisport bei uns einfach nicht mehr durchgeführt werden."

Klaus Faißt, Skisport-Trainer am Ruhestein

Noch ist der Landeshaushalt nicht verabschiedet. Generell ist laut Kultusministerium im Solidarpakt Sport keine Sonderförderung vorgesehen. Man sehe aber den Sanierungsbedarf. Wenn nicht jetzt, fließen die Sonderfördermittel vielleicht in zwei Jahren. Im Moment können die einzelnen Vereine nur hoffen: Über einen Extra-Antrag der Fraktionen könnten einzelne Sportstätten doch noch zu Geld kommen.

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