Polizeidekan Werner Knubben  aus Sigmaringen  (Foto: SWR)

Sigmaringer Polizeidekan zu NSU-Opfer "Urteil ist wichtiger Abschluss"

Lebenslange Haft für Beate Zschäpe. Das Urteil im NSU-Prozess sei für die Opfer eine Erleichterung, so der Sigmaringer Polizeidekan Knubben. Er hat eines der Opfer betreut.

Lebenslänglich – bei besonderer Schwere der Schuld, das heißt, dass Beate Zschäpe aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nach 15 Jahren aus der Haft entlassen wird. Mit diesem Urteil ist in München der NSU-Prozess zu Ende gegangen. Zschäpe wurde auch mit verantwortlich gemacht für den Mord an Michelle Kiesewetter, der Polizistin, die im April 2007 in Heilbronn erschossen wurde.

Opfer schwer traumatisiert

Deren Kollege überlebte den Kopfschuss aus einer der Waffen, die später bei Zschäpes NSU-Komplizen gefunden wurde. Allerdings schwer verletzt und schwer traumatisiert. Er wurde über viele Jahre seelsorgerisch betreut, unter anderem vom Sigmaringer Polizeidekan Werner Knubben.

Urteil ist wichtiger Abschluss

Heute gehe es ihm insgesamt gut. Das Urteil sei eine Erleichterung für den Polizisten. "Das ist ein wichtiger Abschluss für ihn", sagte Knubben dem SWR. Allerdings müssten alle Betroffenen mit dem Schicksal leben, da gebe es kein Ende, so Knubben.

Splitter im Kopf

Die Traumafolgen sind gravierend. "Wer einmal so attackiert worden ist, der ist nicht mehr fähig, eine Waffe zu tragen", so Knubben. Der Polizist könne nun keine Streife mehr fahren. Er arbeite noch bei der Polizei, sei aber im Innendienst. Kennengelernt hat Knubben den Polizisten im Krankenhaus. Der Mann hat noch Splitter im Kopf und ist hörgeschädigt, so Knubben. "Er hat gekämpft und ist durch das, was er erlebt hat ein starker Mann geworden."

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