Frauen in Kommunalparlamenten, Petra Weiss, Manuela Wendler, Veronika Kraiser, Cynthia Walter (Foto: SWR, Betina Starzmann)

Seltene Parität im Gemeinderat geschafft Geballte Frauenpower in St. Johann

Der Anteil der Frauen in den Kommunalparlamenten im Land ist niedrig. Nicht so in St. Johann (Kreis Reutlingen): Da sitzen nun zehn Frauen und zehn Männer im Rathaus. Ganz paritätisch.

Manuela Wendler ist eine der zehn Gemeinderätinnen in St. Johann auf der Schwäbischen Alb. Sie hat kandidiert, weil sie in den vergangenen Jahren feststellen musste, dass sie bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit an Grenzen stieß. So vermisste sie beispielsweise bei der Inklusion oder bei der Flüchtlingsarbeit die Unterstützung der Gemeinderäte.

Positive Stimmung

Um das zu ändern, kandidierte sie und wurde in den neuen St. Johanner Gemeinderat gewählt. Nun kann sie selbst mitentscheiden. Zusammen mit neun anderen Frauen. Darunter eine Erzieherin und eine selbstständige Modedesignerin. Viele haben sich nebenher schon in der Gemeinde eingebracht. Auch die neue Gemeinderätin Cynthia Walter musste abwägen, wie sie ihren Beruf als Polizistin, Familie und Politik unter einen Hut bringen kann. Doch alles ist gut angelaufen und Walter spricht von einer positiven Stimmung, die jetzt im gesamten Gemeinderat zu spüren sei.

Weniger Frauen

Doch so gut wie in St. Johann läuft es für die Frauen in der Kommunalpolitik nicht überall: In den Kreistagen in Reutlingen, Freudenstadt, Sigmaringen, Calw und Tübingen beispielsweise sind nur wenige Frauen neu dazu gekommen. Im Zollernalbkreis sitzen sogar weniger Frauen als 2014 im Kreistag. Die Präsidentin des Dachverbandes der Frauenlisten im Land, Susanne Berger, ist enttäuscht vom Wahlergebnis. Für die Zukunft wünscht sie sich mehr Solidarität unter den Frauen.

"Frauen sollen Frauen wählen, damit wir endlich Parität haben und die Sicht der Frauen in die Gremien bringen können".

Susanne Berger, Präsidentin des Dachverbands der Frauenlisten im Land

Mehr weibliche Sicht gibt es jetzt jedenfalls in St. Johann. Die neuen Rätinnen hoffen nun, dass sich durch das Wahlergebnis jetzt auch andere Frauen angesprochen fühlen und Lust bekommen, Politik zu machen.

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