SWR-Aktion "zu laut" Ärger in Tübinger Wohngebiet

76 Prozent der Deutschen fühlen sich durch Verkehrslärm belästigt. Mit der Mess-Aktion "Hier ist es zu laut!“ will der SWR darauf aufmerksam machen. Auch in Tübingen wird gemessen.

Aus über 200 Bewerbern hat der SWR 30 Orte in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ausgewählt. Dort haben die Anwohner ein Messgerät, das in den nächsten zwei Wochen die Lautstärke im Wohngebiet misst. Ein Gerät steht bei Familie Loubaresse in Tübingen-Lustnau. Für die Familie sei es schwer, eine ruhige Minute zu finden, sagt Michel Loubaresse. "Vor allem zu den Stoßzeiten ist es wirklich schon sehr belastend." Bis zu 70 Dezibel hat er hier schon gemessen. Laut Weltgesundheitsorganisation sind 55 Dezibel bereits ein Gesundheitsrisiko.

Tempo 20 und Blitzer

Tübingens Baubürgermeister Cord Soehlke verweist darauf, dass die Stadt in dem Neubaugebiet, in dem die Familie wohnt, " ein ganzes Paket an Maßnahmen umgesetzt" habe, um die Situation deutlich zu entspannen. So gilt unter anderem Tempo 20 und schwere Lastwagen dürfen nicht durchfahren. Zur Kontrolle steht an der Durchgangsstraße auch ein Blitzer.

Wegziehen keine Alternative

Doch den Anwohnern geht das nicht weit genug. Der Lärm ist das eine, Sicherheit das andere. Nur ungern lässt Familie Loubaresse ihre Tochter alleine über die Straße. Die Stadt, meint die Familie, müsse noch mehr tun. Wegziehen möchte Familie Loubaresse aber nicht. Denn attraktiv ist ihr Viertel allemal. Aber alle hier wünschen sich einfach mehr Ruhe.

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