"Rede des Jahres" Tübinger Rhetoriker küren von der Leyens Wahlrede

Ursula von der Leyen hatte keine glänzenden Bedingungen für die Wahl zur EU-Kommissionspräsidentin. Dafür hielt sie eine glänzende Rede, finden die Rhetoriker der Tübinger Uni.

Bis zur Abstimmung war offen, ob sich das Europäische Parlament für die deutsche Verteidigungsministerin entscheiden würde. In dieser krisenhaften Situation, so die Jury der "Rede des Jahres", sei es von der Leyen aber vorbildlich gelungen, Überzeugungsarbeit zu leisten, für ihr Programm zu argumentieren und für Europa zu werben.

von der Leyens Wahlkampfrede für Ihre Kandidatur als EU-Kommisionspräsidentin wurde zur Rede des Jahres gekührt (Foto: dpa Bildfunk, Marijan Murat)
Ursula von der Leyen bei ihrer Bewerbungsrede vor den Abgeordneten des Europaparlaments. Für Rhetoriker der Universität Tübingen "ein eindrucksvolles Bekenntnis zu Europa". Marijan Murat

Die Rede sei ein eindrucksvolles und glaubwürdiges Bekenntnis zu Europa, ein Beweis für die Integrationskraft der Idee "Europa" und ein engagiertes Plädoyer für eine europäische Wertegemeinschaft, so die Jury in ihrer Begründung.

Einheit und Zusammenhalt in drei Sprachen

Die deutsche Politikerin hielt ihre Rede in drei Sprachen, auf Französisch, Englisch und Deutsch. Damit habe sie die kulturelle Vielfalt des Kontinents souverän veranschaulicht. Dabei habe es sich von der Leyen nicht leicht gemacht bei ihrer Rede: Probleme und Schwierigkeiten habe sie nicht ausgespart.

Aus tiefstem Herzen

Der Ausruf am Ende der Rede, "Es lebe Europa", scheine aus tiefstem Herzen zu strömen, stellen Jury-Mitglieder vom Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen fest.

Dauer

Die Auszeichnung "Rede des Jahres" wird seit über 20 Jahren verliehen. Sie ging unter anderem auch an Margot Käßmann, Marcel Reich-Ranicki und Cem Özdemir.

STAND