Reaktionen auf Wahlen in Sachsen und Brandenburg Kein Grund zum Jubeln

Die SPD ist stärkste Kraft in Brandenburg, die CDU in Sachsen. Dennoch sehen deren Vertreter in der Region keinen Grund zum Jubeln. Der AfD-Landtagsabgeordnete Emil Sänze schon.

Das Abschneiden der AfD sei mehr als zufriedenstellend, sagte der Rottweiler Abgeordnete Emil Sänze im SWR. Allerdings, so Sänze, wäre ein noch besseres Ergebnis möglich gewesen, wenn die Medien neutraler berichtet hätten.

Ursachen analysieren

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis freut sich zwar einerseits über die gewonnene Landtagswahl in Sachsen, sieht zum Jubeln aber kaum Grund. Denn mit 32 Prozent in Sachsen und knapp 16 Prozent in Brandenburg könne die CDU keineswegs zufrieden sein. Nun müsse man die Ursachen analysieren.

Saskia Esken, Thorsten Frei (Foto: dpa Bildfunk, Pressestelle, Büro Esken, dpa)
Die Bundestagsabgeordneten Saskia Esken, SPD, Wahlkreis Calw-Freundenstadt und Thorsten Frei, CDU, Wahlkreis Schwarzwald-Baar und Oberes Kinzigtal Pressestelle Büro Esken, dpa

Situation im Osten

Die SPD ist in Brandenburg zwar noch stärkste Kraft, aber mit großen Verlusten. In Sachsen ist sie sogar unter acht Prozent gefallen. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken aus Calw findet das bedrückend. Eine mögliche Ursache liegt für sie darin, dass die Bundespartei die Situation im Osten nicht mit der notwendigen Klarheit sehe.

Nicht nur ein West-Ost-Problem

Der Tübinger Bundestagsabgeordnete der Grünen, Chris Kühn, sagt, man dürfe das Wahlergebnis nicht auf allein ein West-Ost-Problem zurückführen. Mit einer gesamteuropäischen Perspektive sehe man, dass in vielen Regionen mit strukturellen Problemen rechtspopulistische Parteien stark sind. Es habe ihn erschreckt, dass in Ostdeutschland unverholen rechtsextreme Spitzenkandidaten gewählt worden seien.

Klatsche für die GroKo

Die FDP ist bei beiden Landtagswahlen im Osten an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Der Horber FDP-Landeschef Michael Theurer meint deshalb, seine Partei müsse lauter werden. Die Ergebnisse von CDU und SPD seien eine Klatsche für die Große Koalition. Die Polarisierung, zu der die GroKo geführt habe, schade auch der FDP.

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