Razzia in Horb und Wannweil "Osmanen Germania" im Visier

Das Bundesinnenministerium hat die national-türkische Rockergruppe "Osmanen Germania" verboten. Sie sei gefährlich. Auch im Kreis Reutlingen seien Mitglieder aktiv.

Versuchter Mord, Zwangsprostitution, Verstöße gegen das Waffengesetz, Drogengeschäfte - der "Osmanen Germania Boxclub" hat viel gemacht, aber der Sport stand wohl eher selten im Vordergrund. Am Dienstag wurde die rockerähnliche Gruppe vom Bundesinnenministerium verboten. Von dem Verein gehe eine schwerwiegende Gefährdung aus, so die Begründung des Ministeriums.

Rockergruppe

Hausdurchsuchungen in der Region

Daraufhin gab es Hausdurchsuchungen des Landeskriminalamts und der Polizei in acht Wohnungen in Baden-Württemberg, unter anderem auch in Horb (Kreis Freudenstadt) und in Wannweil (Kreis Reutlingen). Dabei wurden die Kutten der Mitglieder und Vereinssymbole sichergestellt. Außerdem haben die Ermittler Handys und andere Speichermedien beschlagnahmt. Und auch Gegenstände, die als Waffen benutzt werden können: das sind Messer oder Baseballschläger.

Der baden-württembergische Innenminister Strobl sagte, dass in Baden-Württemberg keine Gewaltexzesse von Rockern oder rockerähnlichen Gruppierungen geduldet würden. Der Verein darf jetzt nicht mehr weiter tätig werden.

Mitglieder vor Gericht

Vor dem Landgericht Stuttgart wird zurzeit gegen acht Mitglieder der Osmanen, darunter auch einen Dettinger verhandelt. Die Männer sollen unter anderem in Dettingen (Kreis Reutlingen) drei junge Männer, die aussteigen wollten, brutal zusammengeschlagen haben. Da geht es um versuchten Mord, Erpressung, Zwangsprostitution und Verstöße gegen das Waffengesetz. Die Männer sollen außerdem einen Mann gefoltert haben.

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