Landgericht Hechingen (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Prozess am Landgericht Hechingen 80-jähriger Bankräuber gesteht Überfälle

Am Landgericht Hechingen (Zollernalbkreis) hat der Prozess gegen einen 80-jährigen mutmaßlichen Bankräuber begonnen. Er soll Banken in Balingen und Freiburg überfallen haben.

Eigentlich wollte der Angeklagte sich selbst zu den Überfällen äußern. Doch zu Prozessbeginn ließ er über seinen Verteidiger ein kurzes Geständnis verlesen. Die Staatsanwaltschaft legte ihm schwere räuberische Erpressung in drei Fällen und versuchte schwere räuberische Erpressung in drei weiteren Fällen zur Last. Der Mann soll zwischen 2009 und 2019 Banken in Freiburg, Villingen-Schwenningen, Rastatt, Waldkirch und Balingen überfallen haben.

Geständnis abgelegt

Alle sechs Anklagepunkte seien inhaltlich voll zutreffend, hieß in der Erklärung des Verteidigers. Die Überfälle seien "Panikaktionen eines Amateurs" nach der Lehman-Pleite gewesen. Der Angeklagte habe sich bemüht bei den Überfällen keinerlei körperliche Gewalt anzuwenden und auch die psychische Gewalt so gering wie möglich zu halten. Er bedaure, dass ein Bankfilialleiter nach dem Überfall besonders stark psychisch belastet war.

Mit Sprengstoff gedroht

Bei allen Taten hatte der 80-Jährige damit gedroht, eine Bombe explodieren zu lassen. Die sollte sich angeblich in einem Koffer befunden haben, den er in den Banken abgestellt hatte. Tatsächlich hatte er bei keiner der Taten Sprengstoff dabei. Die Polizei nahm den Mann im Mai bei einem versuchten Banküberfall in Balingen (Zollernalbkreis) fest. Für den Prozess hat das Hechinger Landgericht drei Verhandlungstage angesetzt.

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