3.000 Hektar Ruhezone für Tiere Nationalpark Schwarzwald wird zu einem Drittel jagdfrei

Die Tiere im Nationalpark Schwarzwald bekommen ab sofort eine Ruhezone. Auf rund einem Drittel der Fläche sollen keine Tiere mehr gejagt werden. Das hat mehrere Gründe.

Die Wildtiermanager im Nationalpark Schwarzwald wollen durch das Teil-Jagdverbot verhindern, dass Hirsche, Rehe und Wildschweine in die benachbarten Privatwälder bei Baden-Baden, Freudenstadt und an der Murg ausweichen und dort Schäden anrichten.

Tiere beobachten

Außerdem will man in der Ruhezone des Nationalparks beobachten, wie Tiere und Pflanzen sich entwickeln, wenn der Mensch überhaupt nicht mehr eingreift. Das genau sei Sinn und Zweck eines Nationalparks, so die Wildtiermanager.

Wildtiermanagement, erklärt vom Leiter des Nationalparks Friedrich Burghardt (Foto: SWR, Sandra Müller)
Wildtiermanager Friedrich Burghardt erklärt das neue Konzept im Nationalpark Schwarzwald Sandra Müller

Später mehr Ruhezonen

Die Tiere bekommen 3.000 Hektar Fläche als Ruhezone, das ist ungefähr ein Drittel des Nationalpark-Gebietes. Außerhalb davon werden sie auch künftig gejagt. Die Ruhezone soll nach und nach ausgeweitet werden. In spätestens 25 Jahren darf dann auf drei Vierteln der Nationalparkfläche nicht mehr gejagt werden. Dann soll es auch eigens Plätze geben, an denen Besucher die Tiere beobachten können.

NABU begrüßt Entscheidung

Der Naturschutzbund (NABU) Baden-Württemberg begrüßt die Entscheidung der Nationalparkverwaltung. "Damit kommen wir dem ursprünglichen Ziel, Natur Natur sein zu lassen, ein großes Stück näher", so NABU-Landesvorsitzender Johannes Enssle laut Mitteilung. "Es bleibt abzuwarten, ob Hirsche und Rehe in Zukunft tagsüber mehr zu sehen sind, wenn sie realisieren, dass sie nicht mehr gejagt werden."

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