Rottenburgs OB Stephan Neher will Seawatch-Flüchtlinge aufnehmen. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

OB Neher kündigt bei der "Seebrücke" Hilfe an Rottenburg will Sea-Watch-Migranten aufnehmen

Für Flüchtende auf See und ihre Schiffs-Retter ist es immer eine heikle Sache: wo dürfen wir ankern, wo ist ein Hafen? Der Rottenburger OB Neher (CDU) will jetzt 53 Personen helfen.

Der Oberbürgermeister von Rottenburg (Kreis Tübingen), Stephan Neher, äußerte sich am Freitag bei einem Kongress von zwölf deutschen Städten in Berlin. Sie schlossen sich dabei zum Bündnis "Städte sicherer Häfen" zusammen, um Bootsmigranten Unterkunft zu bieten. Am Mittwoch sind 53 Menschen vor der libyschen Küste geborgen worden.

Schiff kreuzt vor Lampedusa

Italiens Innenminister Salvini schloss eine Landung in einem italienischen Hafen mit dem Hinweis aus, Libyen habe Tripolis als sicheren Hafen angeboten. Unterdessen kreuzt die "Sea-Watch 3" in internationalen Gewässern vor der italienischen Insel Lampedusa. Dies sei der nächste sichere Hafen, sagte Sea-Watch-Sprecher Ruben Neugebauer am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur KNA.

"Einen sicheren Hafen bieten"

Rottenburgs Oberbürgermeister Neher sagte dem SWR, er betrachte es "als humanitäre Pflicht, den 53 Menschen in Rottenburg einen sicheren Hafen zu geben". Der zweitägige Kongress der "Seebrücke" war kurzfristig einberufen worden. Deshalb waren von den rund 60 Städten, die sich der Aktion "Sicheren Hafen" angeschlossen haben, nur zwölf in Berlin vertreten. Die anderen können aber dem Bündnis auch später beitreten.

Aufnahme rechtlich noch nicht möglich

Allerdings ist völlig unklar, ob und wann tatsächlich Flüchtende in Rottenburg ankommen könnten. Denn dafür fehlen noch die rechtlichen Voraussetzungen. Das Bundesamt für Migration entscheidet über die Zuweisung von Asylsuchenden. Neher und andere Bürgermeister haben bereits ans Innenministerium geschrieben, um die Aufnahme der Menschen zu ermöglichen. Laut Neher haben sie bisher aber keine Antwort bekommen.

STAND