Linksruck in der SPD Reaktionen aus Tübingen und Horb

Nach dem Parteitag der SPD in Berlin sind Delegierte aus der Region mit den Beschlüssen zufrieden. Zur Stimmung in der Partei sind die Reaktionen verhalten.

Martin Rosemann, SPD-Bundestagsabgeordneter aus dem Wahlkreis Tübingen, findet, dass die Partei die richtigen Themen für die nächsten Jahre gesetzt habe: Klimaschutz und Sicherung von Arbeitsplätzen.

SPD-Spitzenduo EskenWalter-Borjans (Foto: dpa Bildfunk, Foto: Kay Nietfeld)
Norbert Walter-Borjans aus Köln und Saskia Esken aus Calw, das neue Spitzenduo der SPD beim Bundesparteitag. Foto: Kay Nietfeld

Schwierige Lage

Auch dass man jetzt erst mal in der Großen Koalition bleibe und ein Sozialstaatskonzept verabschiedet habe, könne sich sehen lassen, sagte Rosemann dem SWR. Verhalten zeigte er sich bei der Frage nach der Stimmung in der SPD. Es gebe sehr unterschiedliche Erwartungen und die Partei sei in einer schwierigen Lage.

Wenig Aufbruchstimmung

Auch Viviana Weschenmoser von der SPD in Horb im Kreis Freudenstadt erlebte nach eigenen Angaben wenig Aufbruchstimmung. Die neue Parteivorsitzende, Saskia Esken aus Calw, sei ihren Aufgaben nachgegangen, sagte sie. Mehr zu diesem Thema sagte sie nicht. Froh ist Weschenmoser darüber, dass sich die SPD in der Großen Koalition für eine Kindergrundsicherung einsetzen will.

Harschs Rückzug

Die Tübinger Sozialbürgermeisterin Daniela Harsch hatte sich um einen Posten im Bundesvorstand beworben, ihre Kandidatur nach dem ersten Wahlgang aber zurückgezogen. Sie begründete ihre geringen Chancen auch damit, dass mit Saskia Esken, Leni Breymaier und Andreas Stoch bereits drei Mitglieder des Bundesvorstands aus Baden-Württemberg stammen.

Dauer

Nun müsse man abwarten und schauen, wie sich alles sortiere. Die neuen Vorsitzenden seien von erfahrenen und profilierten Politikern umrandet. Wie sich alles sortiere, müsse man abwarten, sagte Harsch dem SWR.

Keine Schonfrist

Allerdings stellte sie fest, dass es keine Schonfrist mehr für neue Vorsitzende gebe. Da habe sich seit dem ersten Parteitag, den sie vor 15 Jahren miterlebt habe, viel verändert, damals hätten Politiker noch langsamer in ihre Ämter finden und sich profilieren können. In Zeiten von Facebook und Twitter werde alles immer sofort öffentlich diskutiert.

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