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Nach verheerendem Brand in der Kathedrale Notre-Dame Wie steht es um den Brandschutz in Reutlinger Kirchen?

Brände in Kirchen sind sehr schwierig, sagt der Reutlinger Feuerwehrkommandant Harald Hermann. Deswegen werden solche Situationen immer wieder geübt.

Harald Hermann sitzt an seinem großen Schreibtisch in der Feuerwache der Reutlinger Berufsfeuerwehr. Der Feuerwehrkommandant hat genau hingeschaut, als am Montagabend die Kathedrale Notre Dame in Paris brannte. "Solche Kirchenbrände sind sehr schwierig zu löschen", sagt Hermann.

Genaue Einsatzpläne

In Reutlingen gibt es genaue Einsatzpläne der Feuerwehr für den Ernstfall. Darin sind die wichtigsten Fakten zu Kirche und Bausubstanz vermerkt, aber auch, welche wichtigen Kunstschätze in der Kirche stehen. Der Brand in Paris habe gezeigt, wie schnell es gehen kann, wenn ein Feuer einmal ausgebrochen ist, so Hermann. Deshalb übt die Reutlinger Feuerwehr auch solche Situationen regelmäßig.

Höhe großes Problem

Die große Höhe im Kirchenschiff, wie beispielsweise bei der Reutlinger Marienkirche, ist beim Löschen ein Problem. Der Turm besteht zwar lediglich aus einer Steinspitze. Doch die wiederum ist bei großer Hitze besonders gefährdet und drohe dann einzustürzen, so Hermann. Auch ein Teileinsturz sei für die Einsatzkräfte gefährlich.

Bischöfliches Bauamt zuständig

Den Brandschutz der Gotteshäuser müssen die Kirchen selbst übernehmen. In der Diözese Rottenburg - Stuttgart ist dafür das bischöfliche Bauamt zuständig. "Regelmäßig werden Mitarbeiter geschult, beispielsweise wie sie einen Notruf absetzen oder wie sie die Feuerlöscher bedienen," sagt Christine Faiß, zuständig für Arbeitsschutz bei der Rottenburger Diözese. In der französischen Hauptstadt lösten vermutlich Bauarbeiten am Dachstuhl von Notre Dame den Brand aus. So etwas könnte auch am Rottenburger Dom passieren, so Faiß. Eine Brandmeldeanlage gebe es in Rottenburg nicht, auch keine Feuermelder.

Denkmalschutz weiteres Problem

Ausserdem sind viele Kirchen denkmalgeschützt. Deshalb gelten Ausnahmeregeln. Immer wieder komme es zu Konflikten mit modernen Brandschutzvorgaben, so Faiß vom bischöflichen Bauamt. Dennoch: der Schutz von Leben stehe immer an oberster Stelle.

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