Nach Gewaltverbrechen in Horb-Nordstetten Gerüchte, Angst, gedrückte Stimmung

Anfang November wurde ein Mann in Horb-Nordstetten tot in seiner Wohnung gefunden. Die Polizei geht von einem Gewaltverbrechen aus. Im 2.400-Einwohner-Ort ist seitdem alles anders.

Die Stimmung in Nordstetten (Kreis Freudenstadt) hat sich verändert, jeder spricht über das Verbrechen, sagen die Menschen auf der Straße. "Und manch einer", so eine Passantin, "macht etwas dazu".

zweistöckiges Bauernhaus in beigem Farbton mit dunkelbraunen Fensterläden  (Foto: SWR, Martin Weber)
Das Elternhaus des Opfers. Hier wohnte einer der Tatverdächtigen. Martin Weber

Gerüchte kursieren

Das heißt, Gerüchte verbreiten sich unkontrolliert. Viele wollen sich daran aber nicht beteiligen und warten ab, was Polizei und Staatsanwaltschaft herausfinden.

Bürger hoffen, dass der Mord schnell aufgeklärt wird. Manche sind beunruhigt, sagen, dass sie Angst haben, abends auf die Straße zu gehen. Andere gehen davon aus, dass es sich um einen Einzelfall handelt.

"Früher hat man gesagt bei uns, wir sind froh, dass wir auf dem Land wohnen. Da passiert so etwas nicht. Aber da ist es heute genauso."

Nachbarin des Opfers

Zwei Tatverdächtige in Haft

Eine 50-köpfige Sonderkommission ermittelt in dem Mordfall. Zuerst hat die Polizei einen 27-jährigen Tatverdächtigen verhaftet, der das Opfer gekannt hat. Drei Tage später kam zusätzlich ein 32-jähriger Mann aus dem Kreis Ludwigsburg in Haft, der mit dem anderen mutmaßlichen Täter bekannt ist. Spuren und Ermittlungen hätten ergeben, dass er an der Ermordung des Geschäftsmannes beteiligt gewesen sei.

Motiv im Dunkeln

Horbs Oberbürgermeister Rosenberger lobt, dass die Diskussion in der Stadt größtenteils vernünftig verlaufe. Der Vorfall habe auch ihn schockiert. Solange aber nicht bekannt sei, ob die Verhafteten auch die Täter seien, und solange auch das Motiv im Dunkeln liege, werde sich die Stadt nicht äußern. Gerüchte brächten niemanden weiter.

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