Homepage der Uniklinik Tübingen zu Chemsex. (Foto: SWR)

Mit Drogen noch mehr Kick beim Sex Beratungsstelle für Chemsex in Tübingen

Die Universitätsklinik Tübingen hat eine landesweit einzigartige Ambulanz eingerichtet. Sie will Menschen helfen, die Drogen für ein gesteigertes Sex-Empfinden brauchen.

Dauer

Chemsex - so wird ein Phänomen genannt, das seit rund 20 Jahren bekannt ist. Meistens sind es Männer, die vor dem Geschlechtsverkehr psychoaktive Drogen nehmen, um das sexuelle Erlebnis zu verbessern. Wie viele Menschen in Baden-Württemberg das tun, ist unklar. Im Einzugsgebiet der Tübinger Uniklinik werden es jedoch immer mehr, so die Experten.

Geschlechtskrankheiten und Abhängigkeit

Die Praxis birgt hohe Risiken: Geschlechtskrankheiten wie Aids können sich ausbreiten. Außerdem können die Nutzer von den Drogen abhängig werden und Psychosen oder Organschäden erleiden. Eine Überdosis könne tödlich sein, sagt Carsten Käfer, Suchtmediziner an der Universitätsklinik. In der neuen Beratungsstelle wollen die Tübinger Mediziner der Tagesklinik für Psychiatrie Betroffenen jetzt stationär und ambulant helfen. Käfer und seine Kollegen beraten Betroffene von Dezember an, unterstützen bei der Entwöhnung und ermöglichen anonymen Austausch. Das Beratungsangebot ist das erste dieser Art im Land.

Niedrigere Hemmschwelle für Betroffene

Der Baden-Württembergische Landesverband für Prävention und Rehabilitation (BWLV) begrüßt die neue Einrichtung. Das Thema "Chemsex" gilt als schambehaftet. Nach Einschätzung eines BWLV-Sprechers gibt es bei einem Spezialangebot einer Klinik wie in Tübingen für Betroffene eine niedrigere Hemmschwelle als bei der gängigen Drogenberatung. Verbreitet ist "Chemsex" nach Angaben der Experten vor allem bei Schwulen.

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