Schillerpreisverleihung an Frau Nuesslein-Volhard in Marbach (Foto: Stadt Marbach)

Marbacher Schillerpreis verliehen Tübinger Nobelpreisträgerin Nüsslein-Volhard geehrt

Freiheitsgedanke in der Forschung - Die Tübinger Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard hat deswegen Sonntagabend in Marbach (Kreis Ludwigsburg) den Schillerpreis bekommen.

Die 77-jährige Genforscherin erhielt den Schillerpreis für ihre Arbeiten zur genetischen Steuerung der Entwicklung von Lebewesen. Die Tübinger Entwicklungsbiologin entspricht nach Ansicht der Jury mit ihrer Forschungshaltung dem Freiheitsgedanken Friedrich Schillers. "Gerade die Verantwortung, wie Nüsslein-Volhard sie in der Genforschung an den Tag gelegt habe, wäre sicher im Sinne unseres großen Sohnes Friedrich Schiller gewesen", sagte Marbachs Bürgermeister Jan Trost in seiner Festrede.

Erkundung der Schönheit der Natur

Ihre Erkundung der Schönheit als bedeutender Antrieb der biologischen Natur habe einen Nebenstrang der Evolutionstheorie in das Zentrum gerückt. Damit sei die Möglichkeit gegeben, das Besondere des Menschen in einem übergreifenden Rahmen zu klären. Auf Grund ihrer Bereitschaft, in Kommissionen und Stiftungen mitzuarbeiten, publizistisch tätig zu werden und ihre Stimme zu erheben, sei Nüsslein-Volhard weit über die Fachwelt hinaus zu einer öffentlichen Person geworden, begründete die Jury ihre Wahl.

Schillerpreis alle zwei Jahre

Der mit 10.000 Euro dotierte Schiller-Preis wird an Persönlichkeiten verliehen, die in ihrem Leben oder Wirken der Denktradition Schillers verpflichtet sind, hieß es in einer Mitteilung. Die Auszeichnung wird seit 1959 alle zwei Jahre am Geburtstag von Friedrich Schiller vergeben.

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