Kundgebung in Tübingen Bäuerliche Landwirtschaft statt Agrarindustrie

Umweltschutzverbände haben am Samstag in Berlin zu einer Kundgebung für eine umweltverträgliche Landwirtschaft aufgerufen. Auch in Tübingen sind zahlreiche Demonstranten auf die Straße gegangen.

Zur Tübinger Kundgebung, dem süddeutschen Ableger der zentralen Demo in Berlin, sind am Samstag unter dem Motto "Wir haben es satt! Essen ist politisch" rund 2.500 Menschen zusammengekommen.

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Die Mitorganisatorin der Demonstration Barbara Lupp, die Geschäftsführerin des BUND Neckar-Alb, freute sich über die zahlreichen Demonstranten, die in Tübingen auf die Straße gegangen sind. Lupp sagte, der kaum gebremste Flächenfraß für hochpreisige Wohn-  und großzügige Gewerbegebiete lasse hochwertige Böden für immer unter Beton verschwinden und bedrohe so die Existenz bäuerlicher Betriebe. Boden sei kein nachwachsender Rohstoff.

Mit der Demo in Tübingen habe man ein starkes Zeichen nach Berlin und Brüssel gesandt, so Lupp. Landwirtschaft gehe alle etwas an und die Menschen wünschten sich eine faire, gesunde und gerechte Landwirtschaft.

Steuermilliarden für Massentierhaltung?

Die Initiatoren befürchten, dass durch die anstehende EU-Agrarreform weiterhin Steuermilliarden für Massentierhaltung, eine Ausbeutung der Böden und Industrialisierung der Nahrungsmittelproduktion ausgegeben werden. Die Bundesregierung müsse sich jetzt für eine zukunftsorientierte, ökologische und faire Landwirtschaft einsetzen, so ihre Forderung.

Demonstration "Wir haben es satt" in Tübingen (Foto: BUND Neckar-Alb)
Demonstration "Wir haben es satt" in Tübingen BUND Neckar-Alb

Mit fast 60 Milliarden Euro sei die EU-Agrarpolitik nach Angaben des BUND einer der größten Posten im EU-Haushalt. Von diesen Geldern werde aber weniger als ein Fünftel für den Artenschutz, Klimaschutz, das Tierwohl oder Lebensmittel besonderer Qualität ausgegeben, kritisierte BUND-Landesgeschäftsführerin Sylvia Pilarsky-Grosch.

Grüne Woche in Berlin

Anlass für die Kundgebungen in Berlin und Tübingen ist die Agrarmesse Grüne Woche in der Bundeshauptstadt. Sie bietet jedes Jahr im Januar eine Plattform für Diskussionen über die Zukunft der landwirtschaftlichen Produktion.

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