Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen Fahne hissen auch in Reutlingen und Tübingen

Schläge, Vergewaltigung und sogar Mord - tausende Frauen werden jährlich Opfer von häuslicher Gewalt. Darauf wollen Frauenorganisationen hinweisen und zeigen Flagge beispielsweise in Reutlingen und Tübingen.

Fahne hissen in Tübingen (Foto: SWR, Sarah Beschorner)
Vor dem Tübinger Rathaus 2018 wurde zum Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen eine Fahne gehisst. (Archivbild). Sarah Beschorner

In Reutlingen hisst Oberbürgermeister Thomas Keck am Abend gemeinsam mit dem Forum Reutlinger Frauengruppen die Fahne von Terre des Femmes auf dem Marktplatz. Anschließend wird es einen Vortrag über die "Lover-boy-Methode" geben, bei der junge Frauen praktisch vom Schulhof in die Prostitution gelockt werden. Männer nehmen Kontakt zu jungen Frauen auf, schmeicheln ihnen, fangen eine sexuelle Beziehung zu ihnen an und zerren sie in die Prostitution.

Ausstieg aus der Prostitution

Eine vergleichbare Veranstaltung gab es bereits am Samstag in Tübingen mit Frauengruppen, Gleichstellungsbeauftragter Luzia Köberlein und der Journalistin Inge Bell. Sie berichtete über Mädchenhandel aus Osteuropa und zeigte Videoclips. Geschäftsführerin Christa Stolle stellte die Forderungen und Aktivitäten der Frauenrechteorganisation Terre des Femmes für einen gesellschaftlichen Ausstieg aus der Prostitution vor. Zum Abschluss wurde gemeinsam die Fahne "Frei leben - ohne Gewalt" vor dem Rathaus gehisst.

Frauen auf der Flucht

Im Tübinger Frauencafe Achtbar gibt es am Montag um 18 Uhr einen Vortrag der Diplom-Psychologin Cornelie Schweizer zum Thema "Nein zu Gewalt an Frauen - Flucht aus Afrika". Veranstalterinnen sind das Asylzentrum Tübingen und der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg e.V.

Ausstellung in Calw

Im Landratsamt Calw wird am Montag um 17:30 Uhr die Ausstellung "Häusliche Gewalt - einmal ganz öffentlich" eröffnet. Die Ausstellung umfasst 16 Plakate, die in Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Calw und Studierenden der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim entstanden sind.

Rund 114.000 Frauen wurden 2018 in Deutschland Opfer von Gewalt - darunter Mord, Totschlag, Körperverletzung, Bedrohung, sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung - durch ihre Partner oder Ex-Freunde, so Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD). 122 Frauen wurden im vergangenen Jahr von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet.

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