Schülerin meldet sich im Klassenzimmer (Foto: dpa Bildfunk)

Schulpsychologen finden heraus Tübinger Studie: In der ersten Reihe lernt sich's besser

Die Lümmel von der letzten Reihe lernen weniger - das Vorurteil scheint zu stimmen. Hinten im Klassenzimmer lernt aber jeder weniger, zeigt eine neue Studie.

Dauer

Die Schulpsychologen von der Universität Tübingen haben für ein Experiment über 80 Jungen und Mädchen in ein virtuelles Klassenzimmer versetzt. Dabei trugen sie Brillen, die den Raum simulierten.

Der Zufall entschied, wer dabei in der ersten Reihe saß, wer in der letzten. Ein Lehrer in der künstlichen Klassenzimmer-Wirklichkeit erklärte, wie man ein mathematisches Problem löst.

Messbarer Unterschied

Anschließend sollten die Schülerinnen und Schüler in einem Test zeigen, ob sie alles verstanden hatten. Und siehe da: Deutlich schneller waren die, die in der ersten Reihe gesessen hatten.

Die aus der letzten Bank waren offenbar abgelenkt durch virtuelle Mitschüler in ihrem Blickfeld, die ab und zu den Unterricht störten, indem sie flüsterten oder sich umdrehten.

Bei allen Schülern der gleiche Effekt

Keinen Unterschied machte dabei, ob die Kinder ohnehin Probleme mit der Aufmerksamkeit hatten. Solche Kinder, sagen die Forscher, brauchen weitere Unterstützung, etwa indem die Lehrkräfte sie gezielt ansprechen.

Virtuelles Klassenzimmer - Blick aus der ersten Reihe (Foto: Pressestelle, Universität Tübingen)
Konzentrierter Blick auf das Wesentliche: Vorne lernt es sich besser. Pressestelle Universität Tübingen

Fazit für die Praxis

Aus der Studie leiten die Tübinger Wissenschaftler ab, dass Lehrer sich während des Unterrichts im Klassenraum bewegen sollten. So könnten auch Schüler in den letzten Reihen von ihrer Nähe profitieren. Auch könne es helfen, wenn die Schüler ihre Position im Klassenraum regelmäßig wechseln.

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