In Spanien wegen Terrorvorwürfen festgehalten Türkei verlangt Auslieferung von Tübinger

Albtraum statt Urlaub: Der Tübinger Busfahrer Baris Ates wurde in Spanien von der Polizei im Hotel festgenommen. Vermutlich, weil er einst in der Türkei an Studentendemos teilnahm.

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Baris Ates und seine Familie sind Mitte Juni nach Spanien in den Urlaub geflogen. Spät in der Nacht kamen sie im Hotel an und fielen erschöpft in die Betten. Morgens ums vier Uhr klopfte die Polizei an der Zimmertür und nahm den Familienvater aus Tübingen fest - offenbar, weil er bei Interpol als Terrorist vermerkt ist.

Türkei verlangt Auslieferung

Die Türkei verlangt die Auslieferung des Tübinger Busfahrers. Die türkischen Behörden werfen ihm vor, Mitglied einer terroristischen Organisation zu sein. Ates, studierter Philosophielehrer, hat sich vor 18 Jahren in der Türkei an Studentenprotesten beteiligt. Deshalb saß er bereits mehrere Monate in Haft. Als weitere Gefängnisstrafen drohten, floh er nach Deutschland.

Familie zurück in Tübingen

Die Frau und beide kleinen Kinder sind wieder zurück in Tübingen. Ates aber wird in Spanien festgehalten. Der 43-Jährige war einen Tag lang im Gefängnis. Ein Anwalt erreichte seine Freilassung. Jetzt wohnt er in einer Wohngemeinschaft. Von dort kann er immerhin mit der Familie in Deutschland skypen.

Familie skypt mit dem türkischen Busfahrer (Foto: SWR, Binder)
Papa ist im Computer - per Skype steht Baris Ates in Kontakt mit seiner Familie in Tübingen Binder

Ates ist anerkannter Flüchtling

Der Alevit wurde als Flüchtling im Sinne der Genfer Menschenrechtskonvention anerkannt. Er bekam eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung. In Tübingen kennt man Ates als zuverlässigen Busfahrer. Sein Arbeitgeber will den Job für ihn freihalten und hofft, dass er bald zurückkehren kann.

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