Auswahl am Schuhregal (Foto: SWR, Betina Starzmann)

Ende einer Einrichtung für Bedürftige Horber Kleiderkammer letztmals geöffnet

Kleider, Küchenutensilien und Kinderspielzeug - alles fast kostenlos. Dreieinhalb Jahre lang hat die Horber Kleiderkammer Bedürftige mit dem nötigsten versorgt. Nun hat sie zu gemacht.

Alles muss raus, so das Motto der Horber Kleiderkammer. Am Samstag hatte sie zum letzten Mal geöffnet. Dutzende Bedürftige kamen in die Kellerräume der ehemaligen Kaserne, um Regale und Kleiderstangen zu leeren. Sie konnten alles kostenlos mitnehmen: Anzüge, Blusen, Bettwäsche, Schuhe, aber auch Spielsachen, Geschirr und Möbel.

Freiwillige des Asyl-Freundeskreises

Im Herbst 2015 wurde die Kleiderkammer geöffnet, als viele Flüchtlinge kamen, so Klaus Ferl vom Horber Arbeitskreis Asyl. Viele Menschen und auch Betriebe spendeten Kleidung, Geschirr, Möbel oder Spielsachen, um denen, die fast nichts mehr hatten, zu helfen. Damals war in der Kleiderkammer Hochbetrieb. Viele Freiwillige des Freundeskreises Asyl halfen mit, sammelten und verteilten die Spenden an Flüchtlinge und andere Bedürftige, so Ferl. Fünf Kleidungsstücke kosteten beispielsweise 1,50 Euro.

Immer weniger Flüchtlinge

Inzwischen braucht man die Kleiderkammer nicht mehr. Nur noch eine Flüchtlingsfamilie sei regelmäßig gekommen, so Ferl. Die meisten von ihnen hätten jetzt genug Kleider, Geschirr und Möbel. Damals brauchten sie noch eine Grundausstattung. Inzwischen verdienen sie ihr eigenes Geld. Ausserdem kommen nur noch wenige Flüchtlinge nach Horb.

"Die Welt in der Kleiderkammer"

Deswegen schließt die Horber Kleiderkammer jetzt. Alles, was noch da ist, bekommen die Caritas Horb und die Aktion Hoffnung, erklärt die Helferin Christina Sauter. Für sie war die Kleiderkammer in den letzten Jahren aber nicht nur Arbeit. Sie liebte die unterschiedlichen Menschen, aus den verschiedenen Ländern mit den fremden Sprachen. Für Sauter kam in der Kleiderkammer die ganze Welt zusammen.

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