Hesses Großvater Hermann Gundert Palmblätter-Manuskripte im Netz

Der Großvater von Hermann Hesse war im 19. Jahrhundert Missionar und Forscher in Indien. Seinen Nachlass kann man jetzt auf einer Internetseite der Uni Tübingen durchblättern.

Für den Calwer Nobelpreisträger Hermann Hesse war Hermann Gundert der Opa mit dem weißen Bart, der exotische Gegenstände aus Indien in seiner Wohnung hatte. Hermann Hesses Mutter Marie war in Indien zur Welt gekommen.

Ein zum Bündel zusammengebundenes Palmblattmanuskript mit verschnörkelten Schriftzeichen (Foto: Universitätsbibliothek Tübingen)
Ein Palmblatthandschrift mit kleinen Einzeltexten aus der Sammlung der Universitätsbibliothek Universitätsbibliothek Tübingen

Seine Erzählung Siddhartha hätte Hesse nicht geschrieben, wenn der Indien-Bezug in der Familie Hesse nicht gewesen wäre, vermutet Heike Oberlin vom Asien-Orient-Institut der Uni Tübingen.

Oberlin hat dazu beigetragen, dass nun Gunderts Nachlass im Internet angeschaut und gelesen werden kann, auf dem Gundert-Portal der Uni Tübingen.

Historisches digital

Dort sind Seite für Seite Wörterbücher, Grammatiken und andere Manuskripte des Missionars, Schriftstellers und Lehrers nachzulesen und zu betrachten. Außerdem historische Palmblatt-Manuskripte, die Gundert aus Indien nach Calw mitgebracht hatte.

Verdienter Lehrer

Gundert ist im indischen Bundesstaat Kerala auch heute noch vielen Menschen ein Begriff. Im indischen Fernsehen liefen schon Berichte über Gundert, Calw und Tübingen. Das liegt auch daran, dass er dort dazu beigetragen hat, ein modernes Schulwesen einzuführen. Noch heute gilt Kerala als der indische Bundesstaat mit der höchsten Alphabetisierungsrate.

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