Tübingens Bürgermeister Boris Palmer (Foto: picture-alliance / dpa, Christoph Schmidt)

Tübinger Oberbürgermeister zu Vorwürfen "Ich habe Fehler gemacht"

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) sorgte bei der eigenen Partei und bei der SPD wegen angeblicher rassistischer Äußerungen für Kritik. Nun räumt er Fehler ein.

"Die Asylpolitik und wie ich mich dazu äußere, das treibt die Stadt um", so Palmer. Deswegen seien viele sauer auf den Oberbürgermeister. Er werde das Gespräch suchen. "Wenn man Fehler macht, muss man immer versuchen etwas zu verbessern", sagte Palmer dem SWR. Als Oberbürgermeister müsse man so formulieren, dass man richtig verstanden werde.

Kritik auch von der SPD

Der Bundestagsabgeordnete Martin Rosemann (SPD) hatte Palmers charakterliche Eignung als Oberbürgermeister infrage gestellt. "Ich wundere mich über Rosemann", so Palmer. Die Zusammenarbeit mit der SPD im Gemeinderat funktioniere hervorragend. Er werde an dieser konstruktiven Haltung festhalten.

Palmer hatte kürzlich bei einer Veranstaltung in Ulm darüber berichtet, wie sich ein Dunkelhäutiger auf dem Rad in der Fußgängerzone rüpelhaft verhalten habe. Palmer schrieb auf Facebook:

"Weil der Typ mit nacktem Oberkörper, Kopfhörer und einer unglaublichen Dreistigkeit um die Leute rumgekurvt ist. Das gehört sich für niemand und für einen Asylbewerber schon dreimal nicht." (Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version war versehentlich ein falsches Zitat eingefügt, wir bitten dies zu entschuldigen.)

Boris Palmer, Oberbürgmeister Tübingen

Für diese Äußerungen hatte Palmer Gegenwind aus der eigenen Partei bekommen. Stadt- und Kreisvorstand, sowie der Landtagsabgeordnete Daniel Lede Abal und der Bundestagsabgeordnete Chris Kühn aus Tübingen distanzierten sich von seinen umstrittenen Äußerungen.

"Schwarze pauschal stigmatisiert"

Palmers Aussagen seien rassistisch, hieß es. Er habe schwarze Menschen und Asylbewerber pauschal stigmatisiert und das Klima vergiftet, schrieben die Kritiker. Auch Palmers spätere Rechtfertigungsversuche seien ein Schlag ins Gesicht von Menschen mit Migrationshintergrund.

Palmer wies Kritik zurück

Tübingens Oberbürgermeister hatte die Kritik zunächst zurückgewiesen. Ihm Rassismus vorzuwerfen zerstöre die notwendige Debatte, darüber zu sprechen, welche Probleme es mit Asylbewerbern in unserem Land gebe, so Palmer.

STAND