Gegen alle bösen Einflüsse Abwehrzauber in Hechingen

Gegen alle bösen Einflüsse Abwehrzauber in Hechingen

Verzierte Dachziegel (Foto: SWR, Norbert Kohlen)
In die sogenannnten "Feierabendziegel" wurden Ornamente eingeritzt. Die Sterne symbolisieren Hagelkörner. Sie sollten das Haus vor Unwetter schützen. Der Achtspitz steht für Gesundheit und Unverwundbarkeit. Norbert Kohlen
Solche kleinen Briefchen, bestückt mit Heilkräutern, Amuletten und Heiligenbildern, wurden Breverl genannt. Soldaten nahmen sie mit die Front, durften sie aber nur bei Lebensgefahr öffnen. Magische Schutzbriefe sind seit der Antike bekannt und weltweit verbreitet. Norbert Kohlen
Auch Stalltiere brauchten Schutz. Die Fraisenketten sollten Hexen, Dämonen und Geister abhalten. Norbert Kohlen
Diese Messingdosen waren mit Pergamentbildchen oder Heiligenfigürchen bestückt. So hatte man immer seinen Miniatur-Altar dabei. Norbert Kohlen
Dieser Schutzbringer für Reisende stammt aus dem Allgäu. Die 108 Kammern des seltenen Amuletts aus Birnbaumholz sind gefüllt mit Reliquien und sogenannten Schabmadonnen in Miniaturform. Norbert Kohlen
Zähne, Kreuze, Wurzeln und Knochen. Sie wurden als Amulett um den Hals oder in der Hosentasche dicht am Leib getragen, um Zahnbeschwerden zu lindern. Der Marienkäfer stammt aus heutiger Zeit. Norbert Kohlen

Das Hohenzollerische Landesmuseum in Hechingen zeigt noch bis Ende Oktober eine Sammlung von Glücksbringern, Amuletten und Devotionalien. Selbst Dachziegel sollten Unbill abwehren.

Helmut Köstlin ist seit seiner Jugend Sammler. Sein Gebiet ist die Volkskunst, er liebt Glas- und Keramikarbeiten. Schon früh hat er aber festgestellt, dass es Gegenstände gibt, denen in vergangenen Zeiten besondere Aufmerksamkeit und Wertschätzung zuteil wurde.

Zauber gegen das Böse

Er wies diesen rätselhaften Gegenständen einen besonderen Platz in seiner Sammlung zu. Und stellte bald fest, dass vielen eines gemeinsam war: Es waren Talismane und Glücksbringer. Allesamt Gegenstände, denen man einen Zauber nachsagte, das Böse abwehren zu können.

Scharfes gegen das Unheil

Scharfe Gegenstände wie Scheren gehören dazu, aber auch Amulette, die allerlei winzige Bruchstücke hilfreicher und magischer Substanzen wie Kräuter oder Heiligenbildchen enthielten.

Glück in Vitrinen

Rund 400 solcher Devotionalien aus der Sammlung von Helmut Köstlin zeigt das Hohenzollerische Landesmuseum mindestens bis zum 27. Oktober. Die Museumsleitung denkt wegen der positiven Resonanz darüber nach, die Ausstellung zu verlängern.

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