Stadtbusfest (Foto: SWR, Hübsch)

Erste Bilanz nach vier Wochen Reutlinger Stadtbusnetz mit Startschwierigkeiten

Neue Buslinien, mehr Haltestellen und neue schadstoffarme Busse. Das neue Stadtbusnetz ist für die Planer ein Erfolg. Doch viele Passagiere stöhnen über Verspätungen und Ausfälle.

Auf dem Papier hat sich eigentlich vieles verbessert. Die Busse fahren häufiger und länger – vor allem am Wochenende. Und dank einhundert neuer Haltestellen sind einige Reutlinger Stadtgebiete wie der Lerchenbuckel oder die Achalm zum ersten Mal überhaupt an das neue Busnetz angeschlossen. Für Kritik sorgt vor allem die Abschaffung des Zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB). Fahrgäste bedauern das, denn früher konnte man mit jedem Bus zum ZOB fahren und dort in eine andere Linie umsteigen. Doch mittlerweile gibt es einige Linien, die dort gar nicht mehr halten.

Statt ZOB nun Großhaltestelle

Die Planer des Reutlinger Stadtbusnetzes sagen, dass die neuen Linien an einem zentralen Busbahnhof keinen Platz mehr gehabt hätten. Deswegen wurde eine komplette Straße in der Nähe zu Innenstadt und Bahnhof zur neuen Großhaltestelle umgebaut. Auf einer Länge von 700 Metern halten in der Gartenstraße nun die meisten Linien. Das erleichtere den Passagieren das Umsteigen, so Stefan Dvorak vom Reutlinger Stadtentwicklungsamt.

Unter der Woche viele Verspätungen

Außerdem gab es besonders in den ersten Tagen Klagen über Verspätungen und Ausfälle. Als Reaktion schickten die Reutlinger Stadtverwaltung und Verkehrsgesellschaft Helfer an Haltestellen und justierten Ampelschaltungen. Mittlerweile kommen die Busse zwar pünktlicher als zu Beginn, doch unter der Woche ist im Schnitt noch jede vierte Fahrt verspätet. Das liege aber nicht am Busnetz, sondern an Staus und Baustellen, so die Planer. Laut Stadtentwickler Dvorak bewährt sich das neue Netz sehr wohl, zumindest am Wochenende:

"Sonntags zeigt sich, dass das Netz und die Fahrpläne hundertprozentig funktionieren. Da haben wir keine oder nur sehr selten Unfälle. Da haben wir auch keine Rushhour, wo sich der Verkehr irgendwo aufstaut."

Stefan Dvorak vom Reutlinger Stadtentwicklungsamt

Das neue Busnetz sei nicht für die Staus und Behinderungen verantwortlich, so Mark Hogenmüller von der Stadtverkehrsgesellschaft. Hogenmüller und Dvorak bitten die Passagiere noch um etwas Geduld. Im Busverkehr bräuchten Umstellungen nun einmal ihre Zeit. Angesichts der riesigen, organisatorischen Aufgabe sei das neue Netz doch ganz erfolgreich angelaufen, bilanziert der Chef der Reutlinger Verkehrsplaner Dvorak.

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