E-Auto, Verbrenner- oder Wasserstoffmotor? Zukunft des Autos im Tübinger SWR-Studiogespräch

Welches Auto mit welchem Antrieb hat Zukunft? Beim Thema Autokauf sind gerade viele verunsichert. Darüber diskutierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im SWR Studio Tübingen.

Geschäftsführer von Automobilzulieferern, ein Wirtschaftsethiker, ein Gewerkschafter und Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) trafen am Dienstagabend aufeinander. In einem Punkt schien sich das Podium einig: Es wird nicht den einen Auto-Antrieb der Zukunft geben.

Emobilitätspodium SWR Studio Tübingen (Foto: SWR, Magdalena Ebertz)
V.l.n.r.: Bärbel Schlegel (SWR), Ulrich Hemel (Weltethos-Institut), Stefan Wolf (Elring Klinger AG), Nicole Hoffmeister-Kraut (Wirtschaftsministerin), Rolf Geisel (Boysen), Roman Zitzelsberger (IG Metall), Thomas Scholz (SWR) Magdalena Ebertz

Das E-Auto mit Batterie wird den Verbrenner und das Wasserstoffauto nicht ersetzen. Das heißt für Automobilzulieferer wie Boysen in Altensteig (Kreis Calw) oder Elring Klinger in Dettingen (Kreis Reutlingen), dass sie für mehrere Technologien gewappnet sein müssen. Beide Geschäftsführer machten im SWR Studio Tübingen deutlich, dass sie das seien.

E-Mobilität sehen Zulieferer kritisch

Beim Thema E-Auto gehe es um Nachhaltigkeit und um sehr viele Arbeitsplätze in der Region. Rolf Geisel, Geschäftsführer des Abgas-Spezialisten Boysen sagte, Elektromobilität sei ein Hype, den die Hersteller vorantreiben müssten, was massiv Kapital koste. Laut Geisel müssen das die Zulieferer ausbaden. Sie würden unter Druck gesetzt. Denen bleibe nichts anderes übrig, als Arbeitsplätze in Billiglohnländer zu verlegen.

Stefan Wolf, Vorstandvorsitzender des Automobilzulieferers Elring Klinger in Dettingen, sagte, er verstehe jeden, der noch kein E-Auto kauft. Sie seien zu teuer, die Reichweite sei zu gering und es gebe keine Ladeinfrastrukur.

Dauer

Ministerin hofft auf Innovationskraft

Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut betonte, dass sie weiterhin auf die Innovationskraft im Land setze. Auf den "Übergangsprozess" müssten sich aber alle einlassen - die Unternehmen wie die Verbraucher. Neben dem E-Auto werde aber auch der Verbrennungsmotor noch eine wichtige Rolle spielen, so Hoffmeister-Kraut.

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