Am Tisch sitzt Mario Herger mit einer Computerspieleconsole in der Hand. Auf dem Tisch ein Commodore 64 Computer. (Foto: SWR, Mario Herger)

Düstere Zukunft für Beschäftigte der Automobilindustrie Deutschland hinkt bei Elektroautos weit hinterher

Der Technologieforscher Mario Herger zeichnet eine düstere Zukunft für deutsche Autobauer. Viele Arbeitsplätze werden verloren gehen. In Tübinger stellt er sein neues Buch vor.

Während in Deutschland noch diskutiert wird, ob man tatsächlich auf Elektroautos umstellen soll, ist man in den USA schon viel weiter, sagt Mario Herger, der seit 18 Jahren im Silicon Valley in den USA. lebt. Seine Wohnung liegt südlich der Tesla-Fabrik, wo die Elektroautos hergestellt werden. Schon jetzt sei jedes zehnte Auto in Kalifornien ein Elektroauto. Gehe die Zunahme so rasant weiter, rechnet der Technologieforscher in Deutschland bis 2030 damit, dass die Hälfte aller Neuzulassungen Elektroautos seien.

Hunderttausende Arbeitsplätze gehen verloren

Die Umstellung der deutschen Autobauer von Verbrennungsmotoren auf Elektroautos bedeute einen großen Verlust von Arbeitsplätzen. Momentan arbeite ein Drittel der Beschäftigten in der Automobilindustrie an Verbrennungsmotoren. Durch die Umstellung auf Elektroautos brauche man davon noch 10 Prozent von ihnen, so Hergers Prognose. Dadurch würden Hunderttausende Arbeitsplätze verloren gehen. Seiner Meinung nach müsse man dringend Lösungen erarbeiten. Auch mit Blick auf eine weitere große Veränderung: der Entwicklung des autonomen Fahrens. Durch Roboter-Taxis, wie sie Herger nennt, wären künftig auch viel weniger Autos auf den Straßen unterwegs.

Fahrschulen sterben aus

Alte Berufsgruppen, beispielsweise Fahrschulen, etc. würden verschwinden. Deswegen hat er auch sein Buch "Der letzte Führerscheinneuling ist bereits geboren" genannt. Über all diese Entwicklungen wird er am Dienstagabend im Tübinger Deutsch-Amerikanischen-Institut berichten.

Deutschland hängt zurück

Leider schaue es so aus, dass Deutschland aus lauter Angst vor "Big Data", also der großen Datenüberwachung, und der Künstlichen Intelligenz nicht mehr vorne dabei sei. Der Forschungsfortschritt sei verspielt. Deutschland hinke hinterher und der Rückstand werde immer größer, so Herger.

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