Diskussionen in St. Johann Braucht man Ortsvorsteher?

Ortschaftsräte und Ortsvorsteher fördern nur das Kirchturmdenken, sagt Florian Bauer, Bürgermeister von St. Johann im Kreis Reutlingen. Das sieht man in einigen Teilorten anders.

Sechs Ortsteile, sechs Versammlungen - ein Thema. Die Gemeindeverwaltung will wissen, wie die Menschen zu einer Abschaffung der Ortschaftsräte und Ortsvorsteher in den Teilgemeinden stehen. Am Donnerstagabend wurde in Würtingen, dem größten Teilort von St. Johann, lebhaft diskutiert.

Großes historisches Fachwerkgebäude spiegelt sich an einem sonnigen Tag in einem Autodach im unteren Dritten des Bildes (Foto: SWR)
Im Rathaus von Würtingen, dem Zentrum von St.Johann, finden viele: Ortschaftsräte sind verzichtbar

Bürgermeister Florian Bauer geht davon aus, dass Ortschaftsräte Entscheidungen komplizierter machen. Besser ließen sich die Interessen der Teilorte mit stellvertretenden Bürgermeistern und mit Bürgervereinen vertreten.

Versammlung in Würtingen (Foto: SWR, Markus Beschorner)
Rund 30 Interessierte diskutierten schon im September über die Abschaffung historischer demokratischer Strukturen in St. Johann-Würtingen. (Archivbild). Markus Beschorner

Mitmachen, nicht nur mitreden

In den kleineren Teilorten wollen aber viele am bisherigen Modell festhalten. Ortschaftsräte und Ortsvorsteher seien nah am Bürger und stünden für kurze Dienstwege. Die Bürger wollen nicht nur ein Mitspracherecht, sondern eigene Gestaltungsmöglichkeiten.

Bürgermeister Bauer beobachtet immerhin, dass die Diskussion die Leidenschaft für das Thema "kommunale Beteiligung" in allen Ortsteilen geweckt hat.

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