Mukwege bekommt Friedensnobelpreis (Foto: picture-alliance / dpa, SWR, Christian Lutz)

Difäm in Tübingen Gratulation an Mukwege

Der kongolesische Arzt Denis Mukwege erhält den Friedensnobelpreis. Er ist seit vielen Jahren Partner des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission e.V. (Difäm) in Tübingen.

Im Tübinger Difäm-Institut habe man gespannt auf die Entscheidung gewartet und freue sich sehr über den Nobelpreis für Mukwege, so eine Sprecherin. Leiterin Gisela Schneider gratulierte Mukwege, der sich trotz Bedrohung durch Milizen und unter Lebensgefahr für die Gesundheit und Rechte vergewaltigter Frauen eingesetzt habe. Der langjährige Projektpartner benenne Ungerechtigkeiten und gebe Schwachen und Rechtlosen eine Stimme. Mit konkreter Hilfe und politischem Engagement leiste er einen unschätzbaren Beitrag zu Gerechtigkeit und Frieden im Ostkongo und treibe damit die Diskussion zur Ächtung sexueller Gewalt als Kriegswaffe voran, so Schneider.

Der Friedensnobelpreis bestätige die gemeinsame Arbeit und bestärke die Hilfsorganisation, sich weiter im Kongo einzusetzen. Gisela Schneider war Ende 2017 zuletzt für eine Ärztefortbildung dort. Das Difäm fördert dort auch die Ausbildung von Medizinstudenten.

Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad

Der Friedensnobelpreis geht auch an die irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad. Sie wurde als Jesidin vom sogenannten Islamischen Staat verschleppt und durchlebte ein Martyrium aus Vergewaltigung und Folter, bevor sie schließlich nach Villingen-Schwenningen kam. Sie war damals eine der Jesidinnen, die das Land Baden-Württemberg hierher holte. Sie wurde in Villingen-Schwenningen von dem Psychologen Jan Kizilhan betreut. Inzwischen ist sie UN-Sonderbotschafterin und macht auf die Qualen der IS-Opfer aufmerksam.

Auszeichnung stellt sowas wie Gerechtigkeit dar

Kizilhan sagte im SWR, dass die Auszeichnung auch eine Belohnung für die Bemühungen des Landes sei. "Die Auszeichnung ist sicher auch Anerkennung, dass dieser Völkermord an den Jesiden passiert ist, und stellt auch sowas wie Gerechtigkeit dar", so Kizilhan. Die 1993 geborene Jesidin Murad sei eine Zeugin, die über die von ihr selbst und von anderen erlittenen Gräueltaten berichte. Sie habe ungewöhnlichen Mut bewiesen, indem sie ihr eigenes Leiden geschildert und im Namen anderer Opfer gesprochen hat, so das Nobelkomitee.

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