Aminolipin  (Foto: Foto: Institut für Klinische Anatomie und Zellanalytik)

Tübinger Forschungs-Projekt 4,5 Millionen Euro für Formaldehyd-Ersatz

Formaldehyd ist hochgiftig. Ein Projekt der Uniklinik Tübingen bekommt viel Geld vom Bundesforschungsministerium. Damit Wissenschaftler einen Ersatz für Formaldehyd entwickeln.

Formaldehyd wird seit über 100 Jahren von Medizinern in Pathologie und Anatomie benutzt, um biologisches Gewebe oder auch ganze Körper zu konservieren. Auch Bestattungsunternehmen arbeiten mit Formaldehyd.

Tübinger entwickeln Ersatzstoff

Allerdings gilt Formaldehyd als sehr giftig und krebserregend. Nun hat ein Team von Chemikern, Biologen und Medizinern der Anatomie an der Universität Tübingen einen Ersatzstoff entwickelt und zum Patent angemeldet.

Aminolipin soll den Zerfall von Gewebe und Organen aufhalten, ohne der Gesundheit zu schaden. Der Projektleiter und Ärtzliche Direktor des Instituts für Klinische Anatomie und Zellanalytik der Uniklinik Tübingen, Professor Bernhard Hirt, ist überzeugt, dass die neue Substanz Formaldehyd in der Anatomie und im Bestattungswesen bald ablösen wird.

Professor Dr. Bernhard Hirt, Direktor des Instituts für Klinische Anatomie und Zellanalytik (Foto: Mauz)
Professor Dr. Bernhard Hirt, Direktor des Instituts für Klinische Anatomie und Zellanalytik, Universitätsklinikum Tübingen (Foto: Manfred Mauz) Mauz

"In mehreren Studien konnten wir nachweisen, dass Aminolipin sowohl Enzyme, die für den Zerfallsprozess verantwortlich sind, hemmt, als auch ein umfassendes antimikrobielles Wirkspektrum besitzt und entsprechend effizient den Verwesungsprozess stoppt."

Prof. Bernhard Hirt
STAND