Eine Auswahl Bücher des Silberburg-Verlags 2018 (Foto: Pressestelle, Silberburg Verlag)

70. Frankfurter Buchmesse Kleinverlage aus Baden-Württemberg kämpfen um Leser

Der Buchmarkt ist umgekämpft: Auch deswegen nutzen Kleinverlage aus Südwürttemberg die Frankfurter Buchmesse als Plattform. Einige sind nicht mehr dabei.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Der Tübinger Silberburg Verlag präsentiert sich diesmal in der Verlagsgruppe GeraNova Bruckmann. Die Münchner Tourismus- und Outdoor-Spezialisten haben die Tübinger übernommen. Als Neuheiten gibt es Bücher über Klosterwanderungen und das Biosphärengebiet Schwarzwald oder einen Sammelband mit Reden des Ministerpräsidenten Kretschmann (Grüne).

Sammelbände und Lehrbücher

Auch der Gmeiner Verlag aus Meßkirch (Kreis Sigmaringen) stellt Neues vor, darunter den Krimi von Felix Huby „Babettes Ballhaus“. Die Tübinger Wissenschaftsverlage Mohr-Siebeck und Narr Francke Attempto sind jeweils mit einem Stand auf der Frankfurter Buchmesse vertreten. Sie präsentieren beispielsweise Sammelbände und Lehrbücher für Wirtschaftswissenschaftler, Juristen und Theologen.

Treffpunkt für Verleger

Neben den Buchpräsentationen ist die Frankfurter Buchmesse wichtiger Treffpunkt für Verleger, Autoren und Kritiker. Nicht mehr dabei ist der Tübinger Verlag Klöpfer & Meyer. Verleger Hubert Klöpfer will aufhören, hat aber bisher keinen Nachfolger gefunden. Wegen der Probleme der Kleinverlage hat sich eine Initiative von Autoren gegründet.

Autoreninitiative für Kleinverlage

100 Autoren, darunter Hermann Bausinger und Thomas Knubben fordern die Politik auf, sich für Kleinverlage einzusetzen und sie entsprechend zu fördern. Das Buch habe zwar seine Funktion als Leitmedium etwas eingebüßt, aber es existiere noch und sei der größte Kulturmarkt in Deutschland, sagte Knubben im SWR Interview. Allerdings mache den Kleinen die starke Konzentration im Verlagswesen zu schaffen.

Plattform für regionale Autoren

Wenn es keine kleinen Verlage mehr gebe, hätten regionale Themen keine Chance, so Knubben weiter. Auch für Autoren werde es immer schwieriger, eine Plattform für ihre Veröffentlichungen zu finden. Gerade in der laufenden Heimatdiskussion hätten Kleinverlage eine wichtige Aufgabe.

Politik soll helfen

Knubben hofft, dass sich die Landesregierung des Problems annimmt. Derzeit laufen Gespräche mit den Ministerien. Der Ravensburger Autor verweist auf die Schweiz und Österreich, die bereits Kleinverlage unterstützen.

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