Streitpunkt Digitalisierung an den Schulen (Foto: picture-alliance / dpa)

Bildungsforscherin Kathleen Stürmer Tablets im Unterricht willkommen

Digital im Klassenzimmer - eine häufige Forderung von Eltern, der die Politik jetzt nachkommen will. Eine Bildungsforscherin untersucht die Folgen und ob die Lehrer überhaupt vorbereitet sind.

Professor Kathleen Stürmer vom Hector-Institut an der Universität Tübingen koordiniert ein Forschungsprojekt, das die Digitalisierung genau beobachtet. Denn vor gut zwei Jahren wurden einige Klassen in Modellgymnasien mit Tablets ausgestattet. Auch das List-Gymnasium Reutlingen.

Bildungsforschung erst am Anfang

Dem SWR sagte Stürmer, man wisse inzwischen, dass digitale Medien Lernprozesse unterstützen können, weil sie helfen, Informationen zu verarbeiten. Aber wie genau man sie sinnvoll nutzt, um die einzelnen fachlichen Unterrichtsziele zu erreichen, sei eine noch offene Frage. Dass Kinder durch mehr Tablets an Schulen zu viel am PC hängen, glaubt die Bildungsexpertin nicht. Denn niemand plane, den klassischen Unterricht zu ersetzen. Wirksam seien die digitalen Medien sowieso nur, wenn man sie fachlich gut einbinde und die Lehrer ihre Schüler gut anleiten.

Haltung der Lehrer entscheidend

Dass die Lehrer generell schlecht oder gar nicht auf einen modernen Unterricht vorbereitet sind, glaubt Stürmer nicht. Denn viele seien bereit, entsprechende Lernkonzepte zu entwickeln. Das hänge sehr von der persönlichen Einstellung des Lehrers ab.

Sicher sei, dass Deutschland generell hinterher hinke. Eine digitale Ausstattung sei der erste Schritt, das zu verbessern.

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