Trauerfeier für früheren Außenminister Politiker und Angehörige nehmen Abschied von Klaus Kinkel

Weggefährten und Bundespolitiker haben Kinkel bei einer Trauerfeier in Berlin als "Mann mit Haltung" und "handfesten Macher" geehrt. Kinkel stammt aus Hechingen im Zollernalbkreis.

"Kinkel nannte die Dinge beim Namen, das war seine Stärke", sagte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) bei der Trauerfeier. Er ehrte seinen langjährigen Weggefährten als "wahren Staatsdiener". Kinkel sei ein "handfester Macher" gewesen.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) bezeichnete seinen Amtsvorgänger als Mann mit Haltung und mit einem tiefen Gespür für die Verantwortung, die sich aus Deutschlands Geschichte ergebe. FDP-Chef Christian Lindner betonte, der ehemalige Außenminister und FDP-Vorsitzende sei ehrlich, pflichtbewusst und loyal gewesen. Kinkel sei es nie darum gegangen zu beeindrucken. "Er wollte nie ein Weltklugscheißer sein", sagte Lindner.

Erster Zivilist an der Spitze des BND

Der in Hechingen (Zollernalbkreis) aufgewachsene frühere FDP-Politiker Kinkel war am 4. März im Alter von 82 Jahren gestorben. Der Jurist war 1979 als erster Zivilist an die Spitze des Bundesnachrichtendienstes (BND) gerückt. Anfang der Neunzigerjahre wurde er zunächst Bundesjustizminister, von 1992 an war er als Nachfolger von Hans-Dietrich Genscher sechs Jahre Außenminister, ab 1993 auch Vizekanzler. An der Trauerfeier nahmen unter anderem auch die Fraktionsvorsitzenden von CDU/CSU, Grünen und Linken im Bundestag teil.

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